Der von der SPD veröffentlichte Artikel zur Wahl des Gemeindevorstands vermittelt ein einseitiges Bild der politischen Vorgänge in Großkrotzenburg. Als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchten wir einige Punkte richtigstellen.
Erstens: Obwohl Initiative, SPD und FDP betonen, keine Koalition gebildet zu haben, traten sie mit einer gemeinsamen Liste zur Besetzung des Gemeindevorstands an – ohne CDU und Grüne einzubeziehen. Dadurch wurde die Repräsentation anderer Fraktionen gezielt reduziert und das Wahlergebnis durch ein strategisches Vorgehen verschoben.
Zweitens: Die SPD wirft CDU und Grünen „Stillstand“ und Blockaden vor, obwohl SPD, Initiative und FDP selbst in der vergangenen Wahlperiode maßgeblich im Gemeindevorstand vertreten waren. Wer konkret blockiert haben soll, bleibt unbelegt. Die Behauptung, die neue gemeinsame Liste beende Blockaden, ist politisch motiviert, aber nicht durch Fakten gestützt.
Drittens: Unsere Kritik an der Personalie Alexander Noll ist keine Ehrverletzung, sondern basiert auf öffentlich dokumentierten Aussagen und Berichten. Herr Noll hat in sozialen Medien wiederholt öffentlich-rechtliche Medien pauschal als „linksgrüne Propaganda“ bezeichnet und politische Mitbewerber mit Begriffen aus extremistischem oder totalitären Sprachgebrauch belegt. Solche Angriffe auf Medien und demokratische Parteien sind für eine Person, die künftig die Bürgermeisterin vertreten soll, relevant und müssen angesprochen werden. Auch der Artikel „Aktive Mittagspause“ (u. a. auf op‑online.de) zeigt, dass es innerhalb der Verwaltung zu Protesten kam, weil Mitarbeitende sich durch politische Online‑Auseinandersetzungen unter Druck gesetzt fühlten. Unsere Hinweise beruhen somit auf belegbaren Vorgängen – nicht auf Diffamierung.
Viertens: Wir stehen ausdrücklich hinter unserem Fraktionssprecher Lucas Bäuml. Seine sachlichen Hinweise basieren auf überprüfbaren Informationen. Die Anfeindungen, die ihm von einzelnen Mitgliedern anderer Fraktionen sowie von einigen Zuschauerinnen und Zuschauern entgegengebracht wurden, sind unangemessen. Bevor Vorwürfe erhoben oder Personen öffentlich angegriffen werden, sollten alle Beteiligten die Fakten prüfen und sich auf belegbare Informationen stützen. Eine demokratische Debatte lebt von Argumenten – nicht von persönlichen Angriffen.
Wir halten es für wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger ein vollständiges Bild der politischen Entwicklungen erhalten. Dazu gehört auch, strategische Manöver und öffentlich dokumentierte Verhaltensweisen klar zu benennen.