Die Fernwärme hat in Großkrotzenburg zur Zeit einen schweren Stand. Die von Uniper verursachte Preisexplosion stellt die Zukunft der Fernwärme in Großkrotzenburg als solche in Frage. Wir Krotzebojer Grüne meinen: Die Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg muss gesichert werden! Es muss alles daran gesetzt werden, damit in Zukunft die Preise für die Fernwärme wieder gesenkt werden können!
Von den Krotzebojer Grünen wurden im Aufsichtsrat der Gemeindewerke viele Möglichkeiten aufgezeigt, die zu niedrigeren Preisen führen können. Alle diese Möglichkeiten müssen in Angriff genommen werden. Ein Verkauf der Fernwärmesparte der Gemeindewerke oder auch der gesamten Gemeindewerke wird von den Krotzebojer Grünen abgelehnt.
Was sind die Gründe für die Explosion der Fernwärmepreise?
Der frühere Wärmebezug erfolgte kostengünstig über die Wärmeauskopplung der Abwärme des Kraftwerks Staudinger. Uniper, der Eigentümer des Kraftwerks, hatte beantragt, diesen Kraftwerksblock außer Betrieb zu nehmen und in die sogenannte Netzreserve zu überführen. Hierfür hat Uniper viele Millionen Euro von der Bundesregierung erhalten.
Der aktuelle Wärmebezug erfolgt mittels teurer Mietheizkessel, die von Uniper als Ersatz für die eigenen Hilfskessel des Kraftwerksblocks betrieben werden. Diese dürfen nach Interpretation von Uniper nicht mehr zur Wärmeerzeugung genutzt werden, weshalb für die jetzige Wärmeerzeugung nun ein Vielfaches der zuvor für die Wärmeauskopplung zu zahlenden Summe gefordert wird. Die Gemeindewerke müssen die Kosten für zwei Mietkessel voll tragen, obwohl, wie jetzt bekannt wurde, die Wärmeerzeugung durch diese Kessel auch von Uniper für eigene Zwecke benutzt wird.
Welche Kosten gerechtfertigt sind, lässt sich von den Gemeindewerken Großkrotzenburg, die für die Fernwärmeversorgung zuständig sind, nicht überprüfen, da Uniper die dafür erforderlichen Unterlagen nicht zur Verfügung stellt. Bürgermeisterin Theresa Neumann, die auch die Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gemeindewerke ist, begnügt sich damit , dass diese Situation aus dem bundespolitischen Versagen der damaligen Ampelregierung herrühre. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um ihr Scheitern bei den Preisverhandlungen mit Uniper!
Wie kann diese schlechte Situation hier vor Ort endlich besser werden?
Die Gemeindewerke wollen einen Wärmeliefervertrag mit den Stadtwerken Hanau (SWH) abschließen. Leider ist entgegen den ersten Zusagen der SWH der Preis nur wenig günstiger als der von Uniper, außerdem will man die Risiken der Wärmezuführung, die über das Kraftwerksgelände führt, auf die Gemeindewerke abwälzen. Solche Bedingungen sind nicht annehmbar. Die SWH profitieren von einer besseren Auslastung ihrer Blockheizkraftwerke und die Gemeindewerke sollen unwägbare Risiken der Wärmezuführung tragen? Es wird auf einen schnellen Vertragsabschluss gedrängt, da man weiß, dass die Gemeindewerke kaum andere Optionen haben.
Möchte man damit indirekt zum Verkauf der Gemeindewerke an die SWH zwingen? Dies halten wir aufgrund der Stellung der SWH bei der Fernwärmeversorgung für einen Missbrauch ihrer Marktmacht! Hier profitieren die SWH von der Situation, die durch das Scheitern des Projekts mit der Flusswärme entstanden ist. Auch gegenüber den SWH ist es wichtig, in den Vertragsverhandlungen genau hinzuschauen und eine klare Position zu beziehen.
Woran ist eigentlich das Projekt für eigene Wärmeerzeugungsanlagen genau gescheitert? Woher kam die massive Kostensteigerung?
Die Fragen unseres Vertreters im Aufsichtsrat der Gemeindewerke werden seit einem Jahr mit Verweis auf den millionenschweren Rechtsstreit mit dem ehemaligen Projektpartner EAM nur oberflächlich beantwortet. Nach dem Motto: Jetzt nur keine Angriffsfläche bieten. Das Insolvenzverfahren gegen die Projektgesellschaft wird eine unabhängige Aufklärung bringen, aber es kann sich jahrelang hinziehen. So bleiben vom Projekt nichts als ca. 3 Millionen EUR Schulden, die von den Kunden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit dem Wärmepreis abbezahlt werden müssen. (Das macht ca. 20 EUR pro Haushalt pro Monat über die nächsten 20 Jahre).
Die CDU hält inzwischen jedes Bemühen um eigene Erzeugungsanlagen seit 2019 für eine Fehlentscheidung. Das sehen wir definitiv anders und fordern die transparente Aufarbeitung, was wirklich schief lief. Wahrscheinlich wurde dieses Projekt vom Projektpartner bewusst in die Kostenfalle gefahren.
Macht Fernwärme überhaupt Sinn, in Anbetracht der hohen Netzverluste, die immer mitbezahlt werden müssen?
Für manche Haushalte mag eine Wärmepumpe nicht nur wirtschaftlich die kostengünstigere, sondern auch ökologisch die effizientere Lösung sein. Andererseits haben wir ein bestehendes Fernwärmenetz, und nicht für jedes Haus kommt eine Umrüstung auf Wärmepumpe in Frage, nicht selten aus Kostengründen. Unserer Meinung nach muss die Fernwärme als wirtschaftlich interessante Heizungsart in Großkrotzenburg erhalten bleiben.
Dafür sehen wir die besten Chancen, wenn auch die Gemeindewerke als gemeindeeigenes Unternehmen erhalten bleiben. Die Gemeindewerke machen als Unternehmen keine großen Profite, dafür haben sie sich bisher nicht an den Großkrotzenburgern bereichert und Einkaufpreise ohne willkürliche Aufschläge weitergegeben. Für die Bürger ist hier also ein Vorteil, der nicht ohne sorgfältige Prüfung eines etwaigen Übernahmeangebots aufgegeben werden sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass die potentiellen Interessenten einer Übernahme um die aktuellen Herausforderungen der Gemeindewerke wissen. Es ist daher schwer vorstellbar, dass diese ein faires Angebot machen. Ein Verkauf der Gemeindewerke unter Wert bedeutet weiteren Schaden für die Bürgerinnen und Bürger!
Kontrolle durch Gemeinde verstärken
Viele Entscheidungen treffen die Gemeindewerke als Unternehmen selbst. Als Grüne denken wir aber, dass in der derzeitigen schwierigen Situation die Kontrolle durch die Gemeinde als Eigentümer verstärkt werden sollte, und mehr Informationen an die Gemeindevertretung gegeben werden müssen. Die Gemeinde muss die Gemeindewerke finanziell unterstützen. Im Gegenzug fordern wir mehr Transparenz: nicht nur gegenüber dem Aufsichtsrat, der der Schweigepflicht unterliegt, sondern auch gegenüber den Gemeindevertretern und der Öffentlichkeit.
Nach der Wahl wird auch der Aufsichtsrat der Gemeindewerke neu besetzt, das Kräfteverhältnis im Aufsichtsrat wird dem Verhältnis in der Gemeindevertretung entsprechen. Wir bitten um Ihre Stimme, um in der nächsten Legislaturperiode das Kräfteverhältnis im Aufsichtsrat zu verschieben, um Aufklärung und günstigere Preise vorantreiben zu können.
















