Verkehrspolitik im Focus

Krotzebojer Grüne.- Die Stärkung umweltfreundlicher und klimaschonender Mobilität steht für uns im Zentrum der Verkehrspolitik.

Es ist viel zu tun: So wollen wir die Sicherheit im innerörtlichen Straßenverkehr weiter verbessern, natürlich den CO2-Ausstoß des Verkehrs erheblich absenken, wir wollen Verkehrslärm, Flächenverbrauch und Luftbelastung verringern und nicht zuletzt den öffentlichen Nahverkehr stärken.

Wer den Zustand vieler Regionalzüge, aber auch der Regionalbahnhöfe kennt, der versteht warum wir uns gegen das ca. 10 Mrd. Euro teure Tunnelprojekt Stuttgart 21 aussprechen. Dieses Geld gehört unserer Meinung nach bundesweit in den Nahverkehr investiert, um den Pendlern und Bahnreisenden das Leben zu erleichtern.

Stuttgart 21 behindert die dringend nötige Verbesserung des Nahverkehrs

Für unsere Gemeinde begleiten wir derzeit intensiv die Bemühungen, die Nahverkehrsanbindung zu verbessern, und sondieren die Chancen und Risiken, die sich aus dem Bau der Nordmainischen S-Bahn von Frankfurt nach Hanau ergeben. Leider wird diese S-Bahn wohl nicht über Hanau hinaus weiter geführt, da hierzu ein neues Gleis sowie umfangreiche Umbaumaßnahmen des Hanauer Hauptbahnhofes nötig wären. Weitere Verhandlungen mit den zuständigen Nahverkehrsbetreibern stehen daher gleich für die nächste Legislaturperiode auf dem Plan.

In unserer Gemeinde haben sich die Krotzebojer Grünen erfolgreich für den Bau eines Radweges auf der südlichen Seite entlang der Ortsdurchfahrt eingesetzt. Die Pläne hierzu liegen noch bis zum 07. März im Rathaus zur Begutachtung aus und der Bau soll 2012 fertiggestellt werden. Dieser Radweg wird Großkrotzenburg für Radfahrer bequemer und vor allem sicherer machen.

Dem Nacht – Flugrouten –Test von Fraport über Großkrotzenburg stehen wir ablehnend gegenüber, da unsere Gemeinde bereits durch das Kraftwerk Staudinger erheblicher Umweltbelastungen ausgesetzt ist und nicht auch noch zusätzliche Lärmbelastungen braucht.

In einem ersten Schritt hat die Gemeindevertretung Großkrotzenburg den Beschluss zur Unterzeichnung der Resolution zur unverzüglichen Umsetzung des Nachtflugverbotes gefasst.

Wir setzen uns des weiteren dafür ein, dass Großkrotzenburg der Klagegemeinschaft gegen die Verlegung der Flugrouten beitritt. Das Nachtflugverbot muss hier konsequent umgesetzt werden.

Wir fordern in diesem Zusammenhang auch, zunächst eine Gesamtbelastungserhebung des Rhein-Main Gebietes durchzuführen, wie dies auch vom Netzwerk Umwelt und Klima Rhein-Main gefordert wird.

Weitere konkrete Schritte für die örtliche Verkehrssicherheit und klimaschonende Mobilität, die wir in der nächsten Legislaturperiode umsetzen möchten, sind:

  • die Anbringung von „30 Km/h“ Markierungen auf den Fahrbahndecken
  • Fahrbahnmarkierungen an gefährlichen Kreuzungen
  • Einrichtung eines Fahrradweges mit Markierung entlang der Ortsdurchfahrt an das bereits vorhandene Teilstück Brücke Waitzweg
  • Wir setzen uns weiterhin für einen barrierefreien, behindertengerechten Schleusenübergang ein

Auf Veranlassung der Krotzebojer Grünen wurde die erste Bürgersolaranlage auf dem Kindergarten bereits vor längerem installiert. Gegen Ende 2010 die nahm die zweite Bürgersolaranlage auf dem Seniorenheim ihren Betrieb auf. Damit wurde für eine umweltfreundliche Stromerzeugung gesorgt an der sich die Ortsbürger mit dem Kauf von Teilen dieser Anlagen direkt beteiligen konnten.
Nachdem in 2008 123.960 kWh Solarstrom umweltfreundlich mit PV-Anlagen erzeugt werden konnten, hat sich die Erzeugung in 2009 mit 219.292 kWh bereits fast verdoppelt. Dies bedeutet eine Einsparung der klimaschädlichen CO2 Emission von 153.504 kg. Auch in 2010 stieg die Solarstromerzeugung weiter an. Die neuen Zahlen liegen leider noch nicht vor. Auch der von den Gemeindewerken angebotene Ökostrom wurde mit 600.000 kWh in 2009 sehr gut angenommen. Die Käufer des Ökostroms haben damit für eine Reduktion von 420.000 kg CO2 gesorgt. Dies zeigt, dass der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien in Großkrotzenburg nötig und auch rentabel ist.

Die Krotzebojer Grünen halten eine 100% Versorgung durch erneuerbare Energien in einem überschaubaren Zeitraum für möglich. Dafür müssen allerdings die politischen Weichen gestellt werden. Denn hierbei geht es um einen radikalen Systemwechsel – einen Wechsel von der zentralen zur dezentralen Energieversorgung. Die erneuerbaren Energien sind heimisch, dezentral und naturgemäß von vielen Anbietern verfügbar. Kein Wunder ist es, dass für die Großversorger wie E.ON ein schneller Energiewechsel unmöglich erscheint – sie sehen ihre über Jahrzehnte gehegten Felle davon schwimmen. Deshalb versuchen sie den Wechsel zu verhindern oder zu verschleppen. Als ein Mittel hierzu wurden von vielen Energieversorgern die Strompreise drastisch erhöht. Diese werden durch die angeblich höheren Kosten, für die vom EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) vorgeschriebene Abnahme des Solarstroms, begründet. Durch Untersuchungen wurde jedoch inzwischen nachgewiesen, dass die Einkaufspreise für den Strom gesunken sind. U.a. ist dies auch durch den von PV-Anlagen erzeugten Strom (Solarstrom) bedingt. PV-Anlagen haben den großen Vorteil, dass diese just zum Zeitpunkt der größten Stromnachfrage, zur Mittagszeit, die meiste Energie erzeugen können. Für die Versorgungsnetzbetreiber bedeutet das, dass sie viel weniger Spitzenlaststrom, der bis zu mehreren Euro pro kWh kosten kann, kaufen müssen.
Das Kartellamt hat jetzt festgestellt, dass zu Zeiten des höchsten Stromverbrauchs die vier großen Stromkonzerne häufig Kraftwerke für „Reparaturen“ vom Netz nehmen. Da der Spitzenstrom an der Leipziger Börse gehandelt wird steigen bei einer Stromverknappung die Preise. Dies legt die Vermutung nahe, dass es in den Kraftwerksleitstellen nicht mit rechten Dingen zugeht.
Bei der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke werden die wahren Kosten verschleiert. Die Energieerzeuger, wie z.B. E.ON kommen nicht für die Kosten der Endlagerung der Kernbrennstäbe auf. Genau so wenig wie sie für die Kosten der Umweltverschmutzung durch den Schadstoffausstoß ihrer Kohlekraftwerke aufkommen. All diese Kosten verschwinden in den nebulösen Posten eines Bundeshaushaltes. Die Zeche zahlen wir alle als Steuerzahler. Die Gewinne der großen Energieerzeuger aber sprudeln weiter im gigantischen Ausmaß.
Wenn es jedoch um die Gewerbesteuer geht, könnte man meinen, dass sich E.ON als arm betrachtet um in diesem Jahr die Hälfte weniger Gewerbesteuern (ein Millionenbetrag) an die Gemeinde zahlen zu müssen. Auch deshalb ist es wichtig dass die Energieversorgung nicht wie bisher von wenigen großen Unternehmen abhängig bleibt, sondern von vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen wie z.B. den Gemeindewerken sichergestellt wird.
Die willkürlichen Preisdiktate und das gönnerhaft anmutende Zuweisen von Gewerbesteuerzahlungen hätte dann ein Ende.
Auch solarthermische Anlagen helfen konventionell erzeugte Energie zu sparen, in dem sie Warmwasser erzeugen oder die Heizung unterstützen. So wurde auf Betreiben der Krotzebojer Grünen im Strandbad eine solarthermische Anlage für die Duschen installiert, die die bisherigen elektrischen Durchlauferhitzer ersetzte. In der diesjährigen Strandbadsaison konnten somit 7000 kWh Strom eingespart werden, was eine CO2 Einsparung von 4900 kg bedeutet.

Wir haben die Verantwortung den Energiewechsel schon für die nächste Generation zu vollziehen. Alle Schwierigkeiten auf diesem Weg sind leichter zu bewältigen als die Folgen des Weitermachens. Lassen Sie uns in Großkrotzenburg damit beginnen damit wir die Vision einer energie-autarken Gemeinde bald erreichen.