Große Herausforderungen für zukünftige Investitionen

Großkrotzenburg steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen

Die Investitionsrückstände der vergangenen Jahrzehnte werden zunehmend sichtbar: marode Straßen, ein hoher Sanierungsbedarf an der Kläranlage, bei der Feuerwehr sowie am Bürgerhaus – um nur einige Beispiele zu nennen. „In Großkrotzenburg wurde über viele Jahre zu wenig investiert. Das hängt maßgeblich mit den wiederkehrenden und außergewöhnlich hohen Gewerbesteuerrückzahlungen inklusive Zinsen zusammen, die unsere Gemeinde seit über zehn Jahren wiederkehrend treffen. Diese finanziellen Einbrüche belasten den Haushalt und somit die Gemeindeentwicklung bis heute spürbar“, erklärt die Fraktion der Grünen. Auch ein längerfristiger Stillstand in Teilen der Verwaltung hat dazu beigetragen. Umso mehr begrüßen wir Grüne, dass mit der nun seit zwei Jahren tätigen neuen Bauamtsleitung endlich notwendige Investitionen angegangen werden.

Hoher Investitionsbedarf bei stagnierenden Einnahmen

Angesichts der aktuellen Situation stellt sich für die Grünen jedoch eine zentrale Frage: Wie sollen die dringend notwendigen Investitionen finanziert und umgesetzt werden? Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dimension der Herausforderung:

  • rund 7,5 Mio. Euro für die Sanierung der Feuerwehr am bisherigen Standort (einmöglicher Umzug des Bauhofs ist dabei noch nicht berücksichtigt),
  • etwa 7 Mio. Euro für die Sanierung oder einen gleichwertigen Neubau des Bürgerhauses (im Haushalt noch nicht enthalten),
  • 4,4 Mio. Euro für den Neubau eines Multizentrums beziehungsweise eines Flüchtlingswohnheims,
  • über 4 Mio. Euro für die Sanierung der Kläranlage und des Kanalnetzes
  • 1,9 Mio. Euro für die Infrastruktur Ost,
  • 1,8 Mio. Euro für die grundhafte Erneuerung der Gemeindestraßen,
  • rund 500.000 Euro für die Ertüchtigung des Naßmühlendamms,
  • rund 500.000 Euro für den Umbau des Gemeindekindergartens „Kinderhaus“,
  • zuzüglich über 6 Mio. EUR für zahlreiche weitere kleinere Investitionen.

Die Zins- und Tilgungskosten für die notwendige Kreditaufnahme müssen aus dem laufenden Haushalt beglichen werden. Doch auch dort ist wenig Spielraum: Während die Ausgaben kontinuierlich steigen, stagniert die Einnahmenseite. Steuererhöhungen – etwa bei der Grund- oder Gewerbesteuer – oder steigende Gebühren für Kindergärten sind aus Sicht der Grünen weder einfache noch sozial verträgliche Lösungen.

Zugleich weisen die Grünen darauf hin, dass einzelne Investitionen durchaus langfristige Effekte haben: So spart das Multizentrum hohe Mietkosten ein und eröffnet zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten, auch wenn eine Reduzierung des Umfangs sicher nochmal diskutiert werden muss. Investitionen in die Kläranlage werden zwar über den Haushalt finanziert, Zinsen und Tilgung jedoch langfristig über die Gebühren für Wasser und Abwasser refinanziert.

Kritik an der bisherigen Haushaltsbewertung

Wenn andere Fraktionen von einer guten Haushaltsführung in den vergangenen Jahren
sprechen, greift diese Einschätzung aus Sicht der Grünen zu kurz. „Gut gewirtschaftet wurde vor allem dadurch, dass notwendige Investitionen nicht umgesetzt oder nach hinten verschoben wurden“, erklärt Lucas Bäuml, Fraktionssprecher der Grünen. Öffentliche Investitionen sind jedoch in vielen Bereichen notwendig – je länger sie aufgeschoben werden, desto teurer werden sie am Ende.

Zusätzliche Belastungen entstehen aktuell durch hohe Umlagen. Nach einer außergewöhnlich hohen Gewerbesteuerrückzahlung vor zwei Jahren galt Großkrotzenburg kurzfristig wieder als wohlhabend und muss nun entsprechend hohe Beiträge im Kommunalen Finanzausgleich leisten. Hinzu kommen steigende Personal- und Schulumlagen.

Ein Teil des Investitionsvolumens kann zwar über Fördermittel abgefedert werden, dennoch erhöht jede kreditfinanzierte Maßnahme die Kreditlast und damit auch die jährlichen Zinszahlungen – mit direkten Auswirkungen auf den zukünftigen Handlungsspielraum der Gemeinde.

Auch neue potenzielle Einnahmequellen, etwa durch zusätzliche Baugebiete, sind nicht automatisch ein finanzieller Gewinn: Sie erfordern zunächst weitere hohe Investitionen, beispielsweise in die Erweiterung der Kläranlage oder zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen.

Haushaltsentwurf 2026 nicht zukunftsfähig – wir fordern Kurswechsel und gemeinsame Strategie

Der Haushaltsentwurf 2026 ist aus Sicht der Fraktion der Grünen nicht zukunftsfähig. Da ein Haushaltsausgleich nicht erreicht wird, ist gesetzlich die Aufstellung eines Haushaltskonsolidierungs-konzepts erforderlich, das aufzeigen soll, wie das Defizit in den folgenden drei Jahren ausgeglichen wird.

Ein solches Konzept liegt zwar formal vor, eine tatsächliche Konsolidierung ist darin jedoch nicht erkennbar. Im Gegenteil: Selbst für das Jahr 2029 wird ein weiter steigendes Defizit von rund 3,45 Mio. Euro prognostiziert. Sollte der Haushaltsentwurf beschlossen und genehmigt werden, erwartet die Gemeinde bis 2029:

  • Investitionskredite in Höhe von rund 20,6 Mio. Euro,
  • einen negativen Kapitalfluss von -16,2 Mio. Euro,
  • sowie eine Eigenkapitalentwicklung auf -4,7 Mio. Euro.

Die Rücklagen der Gemeinde wären bereits im kommenden Jahr aufgebraucht. Dabei sind in diesem Entwurf noch keinerlei Mittel für das Bürgerhaus eingeplant – unabhängig davon, welche Entscheidung letztlich getroffen wird.

„Die Warnsignale sind deutlich: Selbst wenn dieser Haushalt genehmigt wird, verschiebt sich die notwendige Debatte nur um ein oder vielleicht zwei Jahre – unter dann noch schwierigeren Bedingungen“, so Lucas Bäuml. Deshalb lehnt die Fraktion den Haushaltsentwurf ab und fordert eine frühzeitige, ehrliche Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Gemeinde.

Keine Mehrbelastung für Bürgerinnen und Bürger

„Eine Mehrbelastung der Bürgerinnen und Bürger durch Steuer- oder Gebührenerhöhungen kann nicht das Ziel sein“, betont Sophia Spottke. Wenn auf Bundesebene Steuererhöhungen ausgeschlossen würden, müsse dies auch für Länder und Kommunen gelten. Stattdessen gilt es, Ausgaben kritisch zu prüfen, Prioritäten klar zu setzen und Einsparpotenziale konsequent zu nutzen. Diesem Anspruch wird der aktuelle Haushaltsentwurf nicht gerecht.

Langfristige Perspektiven offen prüfen

Die Grünen sehen insbesondere bei den langfristigen Ausgabenstrukturen Handlungsbedarf. Die Personalkosten in der Verwaltung sind hoch, während gleichzeitig immer neue Aufgaben hinzukommen. Daher muss unseres Erachtens die interkommunale Zusammenarbeit im Main-Kinzig-Kreis konsequent ausgebaut werden. Aufgaben und Personal sollten stärker gebündelt werden, um Kosten zu senken und effizienter zu arbeiten. Voraussetzung dafür ist ein deutlich höherer Digitalisierungsgrad.

„Auch wenn die Verwaltung betont, bereits gut digital aufgestellt zu sein: Der Weg zum echten digitalen Rathaus ist noch weit“, so Lucas Bäuml. Prozesse müssen stärker standardisiert und über Gemeindegrenzen hinweg gedacht werden. „Viele kommunale Aufgaben lassen sich effizienter und kostengünstiger erledigen, wenn Gemeinden enger zusammenarbeiten und Synergien nutzen“, ergänzt Sven Junior, Mitglied im Umwelt- und Bauausschuss. Als positives Beispiel nennen die Grünen den seit vielen Jahren bestehenden Müllabfuhrzweckverband mit Hainburg.

Zudem fordern die Grünen eine Lösung für die unregelmäßigen Gewerbesteuereinnahmen des Staudinger Kraftwerks. Diese führen immer wieder zu starken Schwankungen bei den Schlüsselzuweisungen und dürfen nicht zulasten der Bürger gehen. Der Gemeindevorstand sollte gemeinsam mit Kreis und Land langfristige, verlässliche Lösungen erarbeiten.

Prioritäten neu setzen – gemeinsam handeln

Bei großen Investitionsprojekten mahnen die Grünen zu Augenmaß. Investitionen müssen stärker nach Kosten-Nutzen-Kriterien bewertet werden und dürfen die Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde nicht übersteigen. Daher muss geschaut werden, wie und welche Investitionen zeitlich gestaffelt umgesetzt werden können, um so handlungsfähig zu bleiben.

Bei den aktuell rückläufigen Zuweisungszahlen von Asylbewerbern kann beim geplanten Multizentrum über eine Reduzierung des Bauumfangs gesprochen werden, gleichzeitig sollte vor weiteren Investitionen in das Bürgerhaus die Befragung der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf ihre Erwartungen abgewartet werden. Zur Zukunft des Bürgerhauses äußern wir uns in einem separaten Artikel.

„Ein substantieller Kurswechsel wird nicht ohne schmerzhafte Einschnitte möglich sein“, so die Grünen. Einzelne Haushaltsanträge oder das bloße Verschieben von Investitionen reichen nicht aus. Weder Bürgermeisterin noch Gemeindevertretung könnten diese Aufgabe allein bewältigen. Es braucht eine gemeinsame, ehrliche Diskussion über den zukünftigen Weg der Gemeinde.

Die Grünen nehmen dabei auch die SPD beim Wort, die mit “GEMEINSAM BESSER MACHEN“ für mehr Zusammenarbeit wirbt: „Wir reichen jederzeit die Hand.“ Die Bürgermeisterin ist unseres Erachtens gefordert, gemeinsam mit der Verwaltung alle Bereiche auf Einspar- und Umstrukturierungs-Möglichkeiten hin zu prüfen und die Ergebnisse der künftigen Gemeindevertretung zur gemeinsamen Beratung vorzulegen. Die Fraktionen sind angehalten, diese konstruktiv und lösungsorientiert gemeinsam mit dem Rathaus zu beraten – denn letztlich geht es darum, Großkrotzenburg lebens- und liebenswert zu erhalten.

Anhang:

Weil es so schön ist, noch ein paar Bilder dazu:

Krotzebojer Grüne vom bisherigen Koalitionspartner enttäuscht


Dass diese ungewöhnliche Koalition keine Wunschehe sondern ein ambitioniertes Zweckbündnis werden würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar. So standen immer die gemeinsam vereinbarten Ziele im Mittelpunkt und das Bestreben, die so gegensätzlichen Pole beider Parteien einzufangen und auszugleichen, eine mitunter schwierige und sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Es sollte erstmal nicht verwundern, dass sich Gemeinsamkeiten aufbrauchen und mit der Zeit zunehmend unterschiedliche Betrachtungsweisen deutlich werden.
Dennoch ist es in der Vergangenheit den beiden Fraktionen von Krotzebojer Grünen und FDP bei strittigen Themen gelungen, im Sinne des fairen Miteinander einen Weg zu finden, wenn schon nicht zur gleichen Auffassung zu kommen, so doch die unterschiedliche Perspektive der Anderen zumindest zu akzeptieren.
Dieser Geist war auch der rote Faden beim letzten gemeinsamen Gespräch beider Fraktionen, als die FDP eröffnete, die Zusammenarbeit zu beenden und dies in einer Stellungnahme zu begründen. Auch wenn beide Seiten sich zukünftig thematisch neu positionieren, sollte der Umgang miteinander weiterhin fair und sachlich bleiben, nicht zuletzt um noch eine gemeinsame Bilanz der Koalitionsjahre zu erarbeiten.

Die nun veröffentlichte Pressemitteilung der FDP zur Aufkündigung der Koalition überrascht daher nicht nur in ihrer Vehemenz und Aggressivität, sondern zeichnet auch eine unversöhnliche Abrechnung der gemeinsamen Jahre, bei der man sich fragen muss, ob der Partner nicht schon seit langem die Zusammenarbeit beenden wollte.
Um Klarstellung bemüht, sehen sich die Krotzebojer Grüne daher gezwungen, auf die Vorwürfe einzugehen.


Vorwurf der Verhinderung des Baugebiets in Richtung Eichelacker
Aus Koalitionstreue hat der langjährige Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses(UBA) Michael Ruf das Baugebiet trotz der schleppenden Bearbeitungsweise der Verwaltung im Geschäftsgang des UBA gehalten, obwohl sich bis Ende letzten Jahres nicht einmal mehr die FDP für ihr ursprüngliches Kernthema interessiert hat.
Die Krotzebojer Grünen haben sich lediglich gegen die Verlegung des 3,5ha großen Baugebietes und die angedachte Ausweitung auf bis zu 15ha ausgesprochen und sind damit im Gegensatz zur FDP der gemeinsamen Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag treu geblieben.

Vorwurf des Abweichens der gemeinsamen Positionen beim Thema „Neue Mitte„
In Folge der zweitägigen Investorengespräche im Juni 2020 haben sich alle Fraktionen über die Sommerzeit beraten und weitere Gedanken gemacht. Um die gemeinsame Zielvorstellung auf Basis der Beratungsergebnisse zu konkretisieren und weiterzuentwicklen, sollte seit längerem eine Abstimmung in der Koalition erfolgen. Da die FDP ihre Beratungsergebnisse und Zielvorstellungen bisher trotz mehrfacher Nachfrage nicht mitgeteilt hat, sind die Grünen inhaltlich bei dem bereits 2016 anvisierten Ziel geblieben. Die Entwicklung des Areals von Bürgerhaus, Festplatz, Seniorenwohnanlage 1 und 2, sowie von Überlegungen zu den Flächen von Bauhof und Feuerwehr unter Einbeziehung der Ortsbürger, hatten sich beide Fraktionen 2016 gemeinsam vorgenommen und stetig vorangetrieben, bis zuletzt in Abstimmung mit der FDP. Von welchen Positionen die Krotzebojer Grünen nun jedoch abgewichen sein sollen, ist nicht klar.

Vorwurf des Generalverdachts von unrechtmäßigem Handeln der Verwaltung
„Es ist schon ein starkes Stück eine solch unhaltbare Unterstellung zu treffen, die Krotzebojer Grünen würden allen Mitarbeitern der Verwaltung pauschal und dauerhaft unrechtmäßiges Handeln vorwerfen. Erschreckend so etwas vom bisherigen Koalitionspartner zu hören!“ hält der Fraktionssprecher der Krotzebojer Grünen Lucas Bäuml fest.
Seit Jahren richten alle Fraktionen an die Verwaltung bzw. den Bürgermeister vielfach Kritik, ob es nun um die Abläufe und Vorgänge innerhalb der Verwaltung geht, das Umsetzen von Beschlüssen und Aufgaben oder die Sorgfalt und Verlässlichkeit von Unterlagen und Fakten, so auch die FDP. Eine Reaktion darauf war der Anfang 2020 gemeinsam entwickelte und vorgebrachte Antrag auf ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister, welcher von der FDP bis kurz vor der Einreichung mitgetragen wurde. „Die FDP hat ihre Unterstützung aufgrund einer unbeabsichtigten Namensnennung zurückgezogen, übrigens über die Presse und ohne vorherige Info an uns“ erläutert Bäuml. „Zur inhaltlichen Kritik des Antrages haben sie sich jedoch auch weiterhin bekannt, wie man der Pressemitteilung auf der Homepage der FDP vom 17.02.2020 entnehmen kann. “

Gemeinsam wurde der Akteneinsichtsausschuss auf den Weg gebracht, dem der Fraktionsvorsitzende der FDP Daniel Protzmann immer noch vorsitzt, wie auch der Prüfauftrag zum Jahresabschluss 2018 an das Amt für Prüfung und Revision des Main-Kinzig-Kreises, der zwei mal mit der Zustimmung des Koalitionspartners und anderer Fraktionen beschlossen wurde und dessen kürzlich vorgelegter Teilbericht als Untersuchungsergebnis verschiedene Beanstandungen festgestellt hat, die die Fraktionen noch beschäftigen werden.
„Und jetzt plötzlich ist das alles ein Hirngespinst der Krotzebojer Grünen mit dem sie nie etwas zu tun hatten?“ wundert sich Lucas Bäuml.

Vorwurf des unabgesprochenes Vorgehens mit der CDU
Nach dem letztmaligen Scheitern der grünen Kompromissvorschläge im HFA wurde bereits unterstellt, die Krotzebojer Grünen wollten den Pachtvertrag mutwillig scheitern lassen, unsere Forderung mehr Sicherheit für die Steuerzahler zu schaffen, wurde wiederholt auch vom Koalitionspartner ignoriert. In den Überlegungen einen neuerlichen Kompromissvorschlag als Antrag zur kurz bevorstehenden Sitzung der Gemeindevertretung am 18.09.2020 zu stellen, kam dann das Angebot vom FDP-Vorsitzenden an uns:
Die Krotzebojer Grünen könnten in der Kürze der Zeit gemeinsam mit der CDU einen Lösungsvorschlag erarbeiten, der unter Umständen auch die Zustimmung der FDP finden würde. Jetzt von einem völlig unabgesprochenen Vorgang zu reden, entspricht somit nicht der Wahrheit.


Die Krotzebojer Grünen bedauern die Entscheidung der FDP und können den gewählten Weg und ihre Äußerungen nicht nachvollziehen. Dass das zur damaligen Zeit vielleicht bundesweit einmalige Experiment einer grüngelben Koalition überhaupt solange funktioniert hat, ist bereits ein Erfolg an sich und es ist schade, dass es jetzt scheinbar ein so unschönes Ende nimmt. Trotz aller Differenzen und der großen Herausforderung so verschiedene Ansichten auszugleichen und zusammen zu bringen, sehen wir die Jahre der Zusammenarbeit in der Koalition als positiv und konstruktiv an und hoffen, dass sich auch die Kollegen der FDP daran erinnern. Die Bilanz des gemeinsam Erreichten und die eigenen Erfolge der vergangenen viereinhalb Jahren werden die Krotzebojer Grünen in Ruhe betrachten und losgelöst von dieser Stellungnahme berichten. vorwerfen. Erschreckend soetwas vom bisherigen Koalitionspartner zu hören!“ hält der Fraktionssprecher der Krotzebojer Grünen Lucas Bäuml fest.Seit Jahren richten alle Fraktionen an die Verwaltung bzw. den Bürgermeister vielfach Kritik, ob es nun um die Abläufe und Vorgänge innerhalb der Verwaltung geht, das Umsetzen von Beschlüssen und Aufgaben oder die Sorgfalt und Verlässlichkeit von Unterlagen und Fakten, so auch die FDP.Eine Reaktion darauf war der Anfang 2020 gemeinsam entwickelte und vorgebrachte Antrag auf einDisziplinarverfahren gegen den Bürgermeister, welcher von der FDP bis kurz vor der Einreichung mitgetragen wurde. „Die FDP hat ihre Unterstützung aufgrund einer unbeabsichtigten Namensnennung zurückgezogen, übrigens über die Presse und ohne vorherige Info an uns“ erläutertBäuml. „Zur inhaltlichen Kritik des Antrages haben sie sich jedoch auch weiterhin bekannt, wie man der Pressemitteilung auf der Homepage der FDP vom 17.02.2020 entnehmen kann.“Gemeinsam wurde der Akteneinsichtsausschuss auf den Weg gebracht, dem der Fraktionsvorsitzende der FDP Daniel Protzmann immer noch vorsitzt, wie auch der Prüfauftrag zumJahresabschluss 2018 an das Amt für Prüfung und Revision des Main-Kinzig-Kreises, der zwei mal mit der Zustimmung des Koalitionspartners und anderer Fraktionen beschlossen wurde und dessen kürzlich vorgelegter Teilbericht als Untersuchungsergebnis verschiedene Beanstandungen festgestellt hat, die die Fraktionen noch beschäftigen werden.„Und jetzt plötzlich ist das alles ein Hirngespinst der Krotzebojer Grünen mit dem sie nie etwas zu tun hatten?“ wundert sich Lucas Bäuml.Vorwurf des unabgesprochenes Vorgehens mit der CDUNach dem letztmaligen Scheitern der grünen Kompromissvorschläge im HFA wurde bereits unterstellt, die Krotzebojer Grünen wollten den Pachtvertrag mutwillig scheitern lassen, unsere Forderung mehr Sicherheit für die Steuerzahler zu schaffen, wurde wiederholt auch vom Koalitionspartner ignoriert. In den Überlegungen einen neuerlichen Kompromissvorschlag als Antrag zur kurz bevorstehenden Sitzung der Gemeindevertretung am 18.09.2020 zu stellen, kam dann das Angebot vom FDP-Vorsitzenden an uns:Die Krotzebojer Grünen könnten in der Kürze der Zeit gemeinsam mit der CDU einen Lösungvorschlag erarbeiten, der unter Umständen auch die Zustimmung der FDP finden würde.Jetzt von einem völlig unabgesprochenen Vorgang zu reden, entspricht somit nicht der Wahrheit.Die Krotzebojer Grünen bedauern die Entscheidung der FDP und können den gewählten Weg und ihre Äußerungen nicht nachvollziehen. Dass das zur damaligen Zeit vielleicht bundesweit einmaligeExperiment einer grüngelben Koalition überhaupt solange funktioniert hat, ist bereits ein Erfolg an sich und es ist schade, dass es jetzt scheinbar ein so unschönes Ende nimmt.Trotz aller Differenzen und der großen Herausforderung so verschiedene Ansichten auszugleichen und zusammen zu bringen, sehen wir die Jahre der Zusammenarbeit in der Koalition als positiv und konstruktiv an und hoffen, dass sich auch die Kollegen der FDP daran erinnern.Die Bilanz des gemeinsam Erreichten und die eigenen Erfolge der vergangenen viereinhalb Jahren werden die Krotzebojer Grünen in Ruhe betrachten und losgelöst von dieser Stellungnahme berichten.