Unser Bürgerhaus: Zwischen Sanierungsdruck, Finanzrealität und neuen Perspektiven

Ausgangslage
Das Bürgerhaus, einst Großkrotzenburgs Perle und Stolz, ist inzwischen ein in die Jahre gekommener Sanierungsfall. Früher beliebt als Zentrum des Gemeindelebens, ist es heute ein desolates Gebäude, das von wenigen Großkrotzenburgern genutzt wird und die Gemeindefinanzen regelmäßig durch teure Reparaturen belastet.

„Make our Bürgerhaus great again“ versprechen die verschiedenen Parteien – wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen.

Erbpacht
Da die Gemeindekassen leer sind, möchten einige Fraktionen das Gebäude langfristig in Erbpacht vergeben, damit der bisherige Betreiber oder ein Dritter es auf eigene Kosten saniert und anschließend die Räume inklusive Gastronomie den Großkrotzenburgern günstig zur Verfügung stellt. Die Gemeinde hätte damit keine Sorgen und Kosten mehr. Das JUZ könnte weiterhin dort verbleiben, wäre aber ein Mieter unter dem Erbpachtnehmer.

Auf den ersten Blick klingt dies gut, doch wir Grüne sehen erhebliche Risiken. Die geschätzten Sanierungskosten von rund 7 Millionen Euro stellen auch für einen Erbpachtnehmer eine enorme wirtschaftliche Belastung dar. Dies bedeutet für den Pächter ein sehr hohes Investitionsrisiko bei gleichzeitig begrenzten Nutzungsmöglichkeiten und unsicheren langfristigen Erträgen.

Eine kurze Verpachtungszeit stellt für den Erbpachtnehmer ein sehr hohes wirtschaftliches Risiko dar, sodass keine seriösen Angebote zu erwarten sind. Bei den zu erwartenden Sanierungskosten ist es für einen Erbpachtnehmer erst ab einer Pachtzeit von mehr als 40 Jahren rentabel. Ein Gebäude dieser Größe und mit dieser Nutzungsstruktur lässt sich wirtschaftlich kaum betreiben, ohne dauerhaft hohe Einnahmen zu erzielen – Einnahmen, die angesichts der begrenzten Nachfrage vor Ort keineswegs garantiert sind. Dadurch wird das Gebäude wahrscheinlich weiterhin auch für auswärtige Großveranstaltungen wie Hochzeiten genutzt werden.

Investiert der Pächter nicht ausreichend, so haben wir am Ende der Erbpacht eine Bauruine stehen. Bei einem vorzeitigen Ausscheiden des Pächters besteht zudem ein nicht zu vernachlässigendes Risiko – der sogenannte Heimfall. Bei einer vorzeitigen Rückgabe ist eine Entschädigung für den Restwert der Investitionen an den Erbpachtnehmer zu zahlen. Daher sehen wir insbesondere den Abschluss eines Erbpachtvertrags ohne sehr präzise Vertragsgestaltung angesichts der harten Heimfall- und Entschädigungsregeln als hochgefährlich an.

Hinzu kommen strukturelle Nachteile eines solchen Vertragsmodells:

  • langfristige Bindungen über Jahrzehnte mit eingeschränkter kommunaler Steuerungsmöglichkeit
  • komplexe vertragliche Regelungen mit potenziellen Konfliktfeldern bei Instandhaltung, Nutzung oder Rückgabe
  • Einhaltung der Vertragsbedingungen muss kontrolliert und von der Verwaltung nachgehalten werden
  • schwer kalkulierbare Folgekosten, etwa bei Vertragsende oder bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Pächters
  • und die grundsätzliche Frage, wer letztlich das Risiko trägt, wenn sich das Nutzungskonzept als nicht tragfähig erweist

Sanierung
Die Verwaltung sieht die Risiken der Erbpacht ebenfalls und schlägt daher vor, das Bürgerhaus auf eigene Kosten zu sanieren und anschließend als Gemeinde selbst zu betreiben. Bei der Sanierung kann in gewissem Umfang die Raumaufteilung neu zugeschnitten werden, sodass besser nutzbare Räume entstehen. Durch den Eigenbetrieb könnte die Gemeinde sicherstellen, dass tatsächlich Großkrotzenburger die Räume einfach nutzen können.

Die Sanierungskosten von 6 bis 7 Millionen Euro müssten jedoch aus Steuermitteln finanziert werden. Wird das Bürgerhaus zudem im Eigenbetrieb geführt, müssen zusätzlich laufende Betriebs- und Verwaltungskosten finanziert werden. Der Stellenplan sieht aktuell keine Mitarbeitenden für das Bürgerhaus vor.

Wir Grüne denken, dass die Sanierungskosten in keinem ausreichenden Verhältnis zum Nutzen stehen. Weder ist im Ort eine ausreichend große und nachhaltige Nachfrage nach einer Versammlungsstätte dieser Größe erkennbar, die diese notwendigen Kosten rechtfertigt, noch erscheinen die veranschlagten Sanierungs- und Folgekosten realistisch.

Die Bausubstanz hat ihre geplante Lebensdauer erreicht und wurde über viele Jahre nicht so erhalten, dass eine wirtschaftlich vertretbare Weiternutzung über Jahrzehnte hinweg zu erwarten wäre. Eine umfassende Sanierung birgt daher das große Risiko eines finanziellen Fass-ohne-Boden-Projekts.

Sollte dennoch eine Sanierung beschlossen werden, ist aus unserer Sicht zwingend eine Neuverpachtung mit sinnvollen Nutzungskonzepten erforderlich.

Vor allem aber bleibt das zentrale Problem bestehen: Größe und Struktur des Bürgerhauses entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Gesellschaftliche Nutzungsformen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Große Versammlungsstätten, wie sie in den 1970er-Jahren geplant wurden, entsprechen heute nur noch bedingt dem tatsächlichen Bedarf. Selbst bei der vergangenen Bürgerversammlung war das Bürgerhaus nur zu einem Bruchteil gefüllt. Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Möglichkeiten werden so große Räumlichkeiten immer seltener benötigt.

Die Verantwortung für ein solches Objekt dauerhaft zu organisieren, zu begleiten und gegebenenfalls aufzufangen, gehört nicht zu den Kernkompetenzen einer Kommune – insbesondere nicht in der aktuellen Phase einer angespannten Haushaltslage.

Abriss und Neubau: Wohnbebauung oder kleine Versammlungsmöglichkeit?
Zukunftsfähiger erscheint uns Grünen ein deutlich kleinerer, moderner und energieeffizienter Neubau mit modularer Raumaufteilung, der vielfältige Nutzungen ermöglicht und gleichzeitig dauerhaft geringere Betriebskosten verursacht. Eine Kapazität für etwa 150 Personen mit flexibel teilbaren Räumen könnte den heutigen Anforderungen besser entsprechen als eine Anlage für über 300 Besucher.

Angesichts der angespannten finanziellen Entwicklung der Gemeinde stellt sich zudem eine grundsätzliche Prioritätenfrage: Welche Nutzung bringt dem Gemeinwohl langfristig den größten Mehrwert? Vor diesem Hintergrund wird zunehmend diskutiert, ob auf dem Gelände nicht auch andere Formen der Nutzung – etwa die Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum – sinnvoller sein könnten als der Erhalt einer kostenintensiven Versammlungsstätte.

Umzug JUZ
Klar ist für uns jedoch: Jede zukünftige Entwicklung des Areals muss das Jugendzentrum sichern – entweder am bisherigen Standort oder an einem gleichwertigen neuen Ort. Ohne eine tragfähige Perspektive für das JUZ kann es keine Zustimmung zu grundlegenden Veränderungen geben.

Bürgerbefragung: Sie entscheiden!
In den vergangenen acht Jahren wurden zahlreiche Gespräche in unterschiedlichste Richtungen geführt – stets mit dem Ziel, für das Areal des Bürgerhauses einen tragfähigen Kompromiss zu finden, der möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Dennoch bleiben die Positionen einzelner Fraktionen verhärtet. Eine gemeinsame Perspektive ist bislang nicht in Sicht.

Um endlich zu einer Lösung zu kommen, halten wir eine Bürgerbefragung für einen guten Ansatz. Rechtlich ist sie nicht bindend, aber wir Grüne werden das Ergebnis akzeptieren. Wenn eine Mehrheit der Großkrotzenburger das Geld für eine Sanierung gemeinschaftlich investieren möchte, folgen wir dieser Richtung. Ebenso, wenn sich eine Mehrheit für Erbpacht ausspricht.

Das Bürgerhaus – ob saniert, in Erbpacht oder als Neubau – soll ein Ort für die Bürger Großkrotzenburgs sein. Deshalb ist es wichtig, dass wirklich eine Mehrheit hinter der letztlich umgesetzten Lösung steht.

Gleichzeitig setzt eine Bürgerbefragung einen starken Impuls, wirklich ins Handeln zu kommen – damit wir nicht bei der nächsten Kommunalwahl wieder über das Bürgerhaus schreiben müssen.

Fernwärme und Gemeindewerke erhalten

Die Fernwärme hat in Großkrotzenburg zur Zeit einen schweren Stand. Die von Uniper verursachte Preisexplosion stellt die Zukunft der Fernwärme in Großkrotzenburg als solche in Frage. Wir Krotzebojer Grüne meinen: Die Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg muss gesichert werden! Es muss alles daran gesetzt werden, damit in Zukunft die Preise für die Fernwärme wieder gesenkt werden können!

Von den Krotzebojer Grünen wurden im Aufsichtsrat der Gemeindewerke viele Möglichkeiten aufgezeigt, die zu niedrigeren Preisen führen können. Alle diese Möglichkeiten müssen in Angriff genommen werden. Ein Verkauf der Fernwärmesparte der Gemeindewerke oder auch der gesamten Gemeindewerke wird von den Krotzebojer Grünen abgelehnt.

Was sind die Gründe für die Explosion der Fernwärmepreise?

Der frühere Wärmebezug erfolgte kostengünstig über die Wärmeauskopplung der Abwärme des Kraftwerks Staudinger. Uniper, der Eigentümer des Kraftwerks, hatte beantragt, diesen Kraftwerksblock außer Betrieb zu nehmen und in die sogenannte Netzreserve zu überführen. Hierfür hat Uniper viele Millionen Euro von der Bundesregierung erhalten. 

Der aktuelle Wärmebezug erfolgt mittels teurer Mietheizkessel, die von Uniper als Ersatz für die eigenen Hilfskessel des Kraftwerksblocks betrieben werden. Diese dürfen nach Interpretation von Uniper nicht mehr zur Wärmeerzeugung genutzt werden, weshalb für die jetzige Wärmeerzeugung nun ein Vielfaches der zuvor für die Wärmeauskopplung zu zahlenden Summe gefordert wird. Die Gemeindewerke müssen die Kosten für zwei Mietkessel voll tragen, obwohl, wie jetzt bekannt wurde, die Wärmeerzeugung durch diese Kessel auch von Uniper für eigene Zwecke benutzt wird. 

Welche Kosten gerechtfertigt sind, lässt sich von den Gemeindewerken Großkrotzenburg, die für die Fernwärmeversorgung zuständig sind, nicht überprüfen, da Uniper die dafür erforderlichen Unterlagen nicht zur Verfügung stellt. Bürgermeisterin Theresa Neumann, die auch die Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gemeindewerke ist, begnügt sich damit , dass diese Situation aus dem bundespolitischen Versagen der damaligen Ampelregierung herrühre. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um ihr Scheitern bei den Preisverhandlungen mit Uniper! 

Wie kann diese schlechte Situation hier vor Ort endlich besser werden?  

Die Gemeindewerke wollen einen Wärmeliefervertrag mit den Stadtwerken Hanau (SWH) abschließen. Leider ist entgegen den ersten Zusagen der SWH der Preis nur wenig günstiger als der von Uniper, außerdem will man die Risiken der Wärmezuführung, die über das Kraftwerksgelände führt, auf die Gemeindewerke abwälzen. Solche Bedingungen sind nicht annehmbar. Die SWH profitieren von einer besseren Auslastung ihrer Blockheizkraftwerke und die Gemeindewerke sollen unwägbare Risiken der Wärmezuführung tragen? Es wird auf einen schnellen Vertragsabschluss gedrängt, da man weiß, dass die Gemeindewerke kaum andere Optionen haben. 

Möchte man damit indirekt zum Verkauf der Gemeindewerke an die SWH zwingen? Dies halten wir aufgrund der Stellung der SWH bei der Fernwärmeversorgung für einen Missbrauch ihrer Marktmacht! Hier profitieren die SWH von der Situation, die durch das Scheitern des Projekts mit der Flusswärme entstanden ist. Auch gegenüber den SWH ist es wichtig, in den Vertragsverhandlungen genau hinzuschauen und eine klare Position zu beziehen.

Woran ist eigentlich das Projekt für eigene Wärmeerzeugungsanlagen genau gescheitert? Woher kam die massive Kostensteigerung? 

Die Fragen unseres Vertreters im Aufsichtsrat der Gemeindewerke werden seit einem Jahr mit Verweis auf den millionenschweren Rechtsstreit mit dem ehemaligen Projektpartner EAM nur oberflächlich beantwortet. Nach dem Motto: Jetzt nur keine Angriffsfläche bieten. Das Insolvenzverfahren gegen die Projektgesellschaft wird eine unabhängige Aufklärung bringen, aber es kann sich jahrelang hinziehen. So bleiben vom Projekt nichts als ca. 3 Millionen EUR Schulden, die von den Kunden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit dem Wärmepreis abbezahlt werden müssen. (Das macht ca. 20 EUR pro Haushalt pro Monat über die nächsten 20 Jahre).    

Die CDU hält inzwischen jedes Bemühen um eigene Erzeugungsanlagen seit 2019 für eine Fehlentscheidung. Das sehen wir definitiv anders und fordern die transparente Aufarbeitung, was wirklich schief lief. Wahrscheinlich wurde dieses Projekt vom Projektpartner bewusst in die Kostenfalle gefahren.

Macht Fernwärme überhaupt Sinn, in Anbetracht der hohen Netzverluste, die immer mitbezahlt werden müssen? 

Für manche Haushalte mag eine Wärmepumpe nicht nur wirtschaftlich die kostengünstigere, sondern auch ökologisch die effizientere Lösung sein. Andererseits haben wir ein bestehendes Fernwärmenetz, und nicht für jedes Haus kommt eine Umrüstung auf Wärmepumpe in Frage, nicht selten aus Kostengründen. Unserer Meinung nach muss die Fernwärme als wirtschaftlich interessante Heizungsart in Großkrotzenburg erhalten bleiben. 

Dafür sehen wir die besten Chancen, wenn auch die Gemeindewerke als gemeindeeigenes Unternehmen erhalten bleiben. Die Gemeindewerke machen als Unternehmen keine großen Profite, dafür haben sie sich bisher nicht an den Großkrotzenburgern bereichert und Einkaufpreise ohne willkürliche Aufschläge weitergegeben. Für die Bürger ist hier also ein Vorteil, der nicht ohne sorgfältige Prüfung eines etwaigen Übernahmeangebots aufgegeben werden sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass die potentiellen Interessenten einer Übernahme um die aktuellen Herausforderungen der Gemeindewerke wissen. Es ist daher schwer vorstellbar, dass diese ein faires Angebot machen. Ein Verkauf der Gemeindewerke unter Wert bedeutet weiteren Schaden für die Bürgerinnen und Bürger!

Kontrolle durch Gemeinde verstärken

Viele Entscheidungen treffen die Gemeindewerke als Unternehmen selbst. Als Grüne denken wir aber, dass in der derzeitigen schwierigen Situation die Kontrolle durch die Gemeinde als Eigentümer verstärkt werden sollte, und mehr Informationen an die Gemeindevertretung gegeben werden müssen. Die Gemeinde muss die Gemeindewerke finanziell unterstützen. Im Gegenzug fordern wir mehr Transparenz: nicht nur gegenüber dem Aufsichtsrat, der der Schweigepflicht unterliegt, sondern auch gegenüber den Gemeindevertretern und der Öffentlichkeit. 

Nach der Wahl wird auch der Aufsichtsrat der Gemeindewerke neu besetzt, das Kräfteverhältnis im Aufsichtsrat wird dem Verhältnis in der Gemeindevertretung entsprechen. Wir bitten um Ihre Stimme, um in der nächsten Legislaturperiode das Kräfteverhältnis im Aufsichtsrat zu verschieben, um Aufklärung und günstigere Preise vorantreiben zu können. 

Große Herausforderungen für zukünftige Investitionen

Großkrotzenburg steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen

Die Investitionsrückstände der vergangenen Jahrzehnte werden zunehmend sichtbar: marode Straßen, ein hoher Sanierungsbedarf an der Kläranlage, bei der Feuerwehr sowie am Bürgerhaus – um nur einige Beispiele zu nennen. „In Großkrotzenburg wurde über viele Jahre zu wenig investiert. Das hängt maßgeblich mit den wiederkehrenden und außergewöhnlich hohen Gewerbesteuerrückzahlungen inklusive Zinsen zusammen, die unsere Gemeinde seit über zehn Jahren wiederkehrend treffen. Diese finanziellen Einbrüche belasten den Haushalt und somit die Gemeindeentwicklung bis heute spürbar“, erklärt die Fraktion der Grünen. Auch ein längerfristiger Stillstand in Teilen der Verwaltung hat dazu beigetragen. Umso mehr begrüßen wir Grüne, dass mit der nun seit zwei Jahren tätigen neuen Bauamtsleitung endlich notwendige Investitionen angegangen werden.

Hoher Investitionsbedarf bei stagnierenden Einnahmen

Angesichts der aktuellen Situation stellt sich für die Grünen jedoch eine zentrale Frage: Wie sollen die dringend notwendigen Investitionen finanziert und umgesetzt werden? Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dimension der Herausforderung:

  • rund 7,5 Mio. Euro für die Sanierung der Feuerwehr am bisherigen Standort (einmöglicher Umzug des Bauhofs ist dabei noch nicht berücksichtigt),
  • etwa 7 Mio. Euro für die Sanierung oder einen gleichwertigen Neubau des Bürgerhauses (im Haushalt noch nicht enthalten),
  • 4,4 Mio. Euro für den Neubau eines Multizentrums beziehungsweise eines Flüchtlingswohnheims,
  • über 4 Mio. Euro für die Sanierung der Kläranlage und des Kanalnetzes
  • 1,9 Mio. Euro für die Infrastruktur Ost,
  • 1,8 Mio. Euro für die grundhafte Erneuerung der Gemeindestraßen,
  • rund 500.000 Euro für die Ertüchtigung des Naßmühlendamms,
  • rund 500.000 Euro für den Umbau des Gemeindekindergartens „Kinderhaus“,
  • zuzüglich über 6 Mio. EUR für zahlreiche weitere kleinere Investitionen.

Die Zins- und Tilgungskosten für die notwendige Kreditaufnahme müssen aus dem laufenden Haushalt beglichen werden. Doch auch dort ist wenig Spielraum: Während die Ausgaben kontinuierlich steigen, stagniert die Einnahmenseite. Steuererhöhungen – etwa bei der Grund- oder Gewerbesteuer – oder steigende Gebühren für Kindergärten sind aus Sicht der Grünen weder einfache noch sozial verträgliche Lösungen.

Zugleich weisen die Grünen darauf hin, dass einzelne Investitionen durchaus langfristige Effekte haben: So spart das Multizentrum hohe Mietkosten ein und eröffnet zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten, auch wenn eine Reduzierung des Umfangs sicher nochmal diskutiert werden muss. Investitionen in die Kläranlage werden zwar über den Haushalt finanziert, Zinsen und Tilgung jedoch langfristig über die Gebühren für Wasser und Abwasser refinanziert.

Kritik an der bisherigen Haushaltsbewertung

Wenn andere Fraktionen von einer guten Haushaltsführung in den vergangenen Jahren
sprechen, greift diese Einschätzung aus Sicht der Grünen zu kurz. „Gut gewirtschaftet wurde vor allem dadurch, dass notwendige Investitionen nicht umgesetzt oder nach hinten verschoben wurden“, erklärt Lucas Bäuml, Fraktionssprecher der Grünen. Öffentliche Investitionen sind jedoch in vielen Bereichen notwendig – je länger sie aufgeschoben werden, desto teurer werden sie am Ende.

Zusätzliche Belastungen entstehen aktuell durch hohe Umlagen. Nach einer außergewöhnlich hohen Gewerbesteuerrückzahlung vor zwei Jahren galt Großkrotzenburg kurzfristig wieder als wohlhabend und muss nun entsprechend hohe Beiträge im Kommunalen Finanzausgleich leisten. Hinzu kommen steigende Personal- und Schulumlagen.

Ein Teil des Investitionsvolumens kann zwar über Fördermittel abgefedert werden, dennoch erhöht jede kreditfinanzierte Maßnahme die Kreditlast und damit auch die jährlichen Zinszahlungen – mit direkten Auswirkungen auf den zukünftigen Handlungsspielraum der Gemeinde.

Auch neue potenzielle Einnahmequellen, etwa durch zusätzliche Baugebiete, sind nicht automatisch ein finanzieller Gewinn: Sie erfordern zunächst weitere hohe Investitionen, beispielsweise in die Erweiterung der Kläranlage oder zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen.

Haushaltsentwurf 2026 nicht zukunftsfähig – wir fordern Kurswechsel und gemeinsame Strategie

Der Haushaltsentwurf 2026 ist aus Sicht der Fraktion der Grünen nicht zukunftsfähig. Da ein Haushaltsausgleich nicht erreicht wird, ist gesetzlich die Aufstellung eines Haushaltskonsolidierungs-konzepts erforderlich, das aufzeigen soll, wie das Defizit in den folgenden drei Jahren ausgeglichen wird.

Ein solches Konzept liegt zwar formal vor, eine tatsächliche Konsolidierung ist darin jedoch nicht erkennbar. Im Gegenteil: Selbst für das Jahr 2029 wird ein weiter steigendes Defizit von rund 3,45 Mio. Euro prognostiziert. Sollte der Haushaltsentwurf beschlossen und genehmigt werden, erwartet die Gemeinde bis 2029:

  • Investitionskredite in Höhe von rund 20,6 Mio. Euro,
  • einen negativen Kapitalfluss von -16,2 Mio. Euro,
  • sowie eine Eigenkapitalentwicklung auf -4,7 Mio. Euro.

Die Rücklagen der Gemeinde wären bereits im kommenden Jahr aufgebraucht. Dabei sind in diesem Entwurf noch keinerlei Mittel für das Bürgerhaus eingeplant – unabhängig davon, welche Entscheidung letztlich getroffen wird.

„Die Warnsignale sind deutlich: Selbst wenn dieser Haushalt genehmigt wird, verschiebt sich die notwendige Debatte nur um ein oder vielleicht zwei Jahre – unter dann noch schwierigeren Bedingungen“, so Lucas Bäuml. Deshalb lehnt die Fraktion den Haushaltsentwurf ab und fordert eine frühzeitige, ehrliche Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Gemeinde.

Keine Mehrbelastung für Bürgerinnen und Bürger

„Eine Mehrbelastung der Bürgerinnen und Bürger durch Steuer- oder Gebührenerhöhungen kann nicht das Ziel sein“, betont Sophia Spottke. Wenn auf Bundesebene Steuererhöhungen ausgeschlossen würden, müsse dies auch für Länder und Kommunen gelten. Stattdessen gilt es, Ausgaben kritisch zu prüfen, Prioritäten klar zu setzen und Einsparpotenziale konsequent zu nutzen. Diesem Anspruch wird der aktuelle Haushaltsentwurf nicht gerecht.

Langfristige Perspektiven offen prüfen

Die Grünen sehen insbesondere bei den langfristigen Ausgabenstrukturen Handlungsbedarf. Die Personalkosten in der Verwaltung sind hoch, während gleichzeitig immer neue Aufgaben hinzukommen. Daher muss unseres Erachtens die interkommunale Zusammenarbeit im Main-Kinzig-Kreis konsequent ausgebaut werden. Aufgaben und Personal sollten stärker gebündelt werden, um Kosten zu senken und effizienter zu arbeiten. Voraussetzung dafür ist ein deutlich höherer Digitalisierungsgrad.

„Auch wenn die Verwaltung betont, bereits gut digital aufgestellt zu sein: Der Weg zum echten digitalen Rathaus ist noch weit“, so Lucas Bäuml. Prozesse müssen stärker standardisiert und über Gemeindegrenzen hinweg gedacht werden. „Viele kommunale Aufgaben lassen sich effizienter und kostengünstiger erledigen, wenn Gemeinden enger zusammenarbeiten und Synergien nutzen“, ergänzt Sven Junior, Mitglied im Umwelt- und Bauausschuss. Als positives Beispiel nennen die Grünen den seit vielen Jahren bestehenden Müllabfuhrzweckverband mit Hainburg.

Zudem fordern die Grünen eine Lösung für die unregelmäßigen Gewerbesteuereinnahmen des Staudinger Kraftwerks. Diese führen immer wieder zu starken Schwankungen bei den Schlüsselzuweisungen und dürfen nicht zulasten der Bürger gehen. Der Gemeindevorstand sollte gemeinsam mit Kreis und Land langfristige, verlässliche Lösungen erarbeiten.

Prioritäten neu setzen – gemeinsam handeln

Bei großen Investitionsprojekten mahnen die Grünen zu Augenmaß. Investitionen müssen stärker nach Kosten-Nutzen-Kriterien bewertet werden und dürfen die Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde nicht übersteigen. Daher muss geschaut werden, wie und welche Investitionen zeitlich gestaffelt umgesetzt werden können, um so handlungsfähig zu bleiben.

Bei den aktuell rückläufigen Zuweisungszahlen von Asylbewerbern kann beim geplanten Multizentrum über eine Reduzierung des Bauumfangs gesprochen werden, gleichzeitig sollte vor weiteren Investitionen in das Bürgerhaus die Befragung der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf ihre Erwartungen abgewartet werden. Zur Zukunft des Bürgerhauses äußern wir uns in einem separaten Artikel.

„Ein substantieller Kurswechsel wird nicht ohne schmerzhafte Einschnitte möglich sein“, so die Grünen. Einzelne Haushaltsanträge oder das bloße Verschieben von Investitionen reichen nicht aus. Weder Bürgermeisterin noch Gemeindevertretung könnten diese Aufgabe allein bewältigen. Es braucht eine gemeinsame, ehrliche Diskussion über den zukünftigen Weg der Gemeinde.

Die Grünen nehmen dabei auch die SPD beim Wort, die mit “GEMEINSAM BESSER MACHEN“ für mehr Zusammenarbeit wirbt: „Wir reichen jederzeit die Hand.“ Die Bürgermeisterin ist unseres Erachtens gefordert, gemeinsam mit der Verwaltung alle Bereiche auf Einspar- und Umstrukturierungs-Möglichkeiten hin zu prüfen und die Ergebnisse der künftigen Gemeindevertretung zur gemeinsamen Beratung vorzulegen. Die Fraktionen sind angehalten, diese konstruktiv und lösungsorientiert gemeinsam mit dem Rathaus zu beraten – denn letztlich geht es darum, Großkrotzenburg lebens- und liebenswert zu erhalten.

Anhang:

Weil es so schön ist, noch ein paar Bilder dazu:

Bezahlbar wohnen – damit unser Dorf eine Zukunft hat

Wer in unserem Dorf aufwächst, soll hier auch bleiben können. Doch immer häufiger scheitert genau das. Junge Menschen ziehen nach der Schule weg – zum Studieren, für eine Ausbildung oder den ersten Job – und kommen nicht mehr zurück. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie sich die Mieten einfach nicht leisten können.

In Großkrotzenburg, einer Gemeinde mit rund 8.000 Einwohnern, ist der Wohnungsmarkt begrenzt – und genau das ist das Problem. Besonders kleine Wohnungen für Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene fehlen fast vollständig. Familien mit niedrigem oder mittlerem Einkommen konkurrieren um die wenigen verfügbaren Angebote. Wer kein hohes Gehalt oder ein Erbe vorweisen kann, hat oft das Nachsehen – oder zieht weg.

Dabei ist eines klar: Bezahlbarer Wohnraum ist keine Almosenleistung, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Wenn junge Menschen hier keine bezahlbare Wohnung finden, fehlen sie später als Fachkräfte, als Engagierte im Ehrenamt oder als Eltern der nächsten Generation. Ein Dorf ohne junge Erwachsene ist wie ein Fußballverein ohne Nachwuchs – irgendwann spielt man nur noch Freundschaftsspiele.

Deshalb machen wir uns stark dafür, dass unsere Gemeinde konkrete Schritte unternimmt, um zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Konkret heißt das: Es braucht mehr kleine, energieeffiziente Wohnungen für Studierende und Auszubildende, bezahlbare 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen für junge Erwachsene und einkommensschwächere Familien sowie flexible Grundrisse, die sich an die verschiedenen Lebensphasen anpassen lassen. Nicht jeder Wohnraum muss luxuriös sein, aber er sollte würdevoll, bezahlbar und nachhaltig gestaltet werden.

Wie kann das angesichts klammer öffentlicher Kassen in Großkrotzenburg erreicht werden? 

Zum einen kann die Gemeinde bei der Festlegung des Bebauungsplans für ein neues Neubaugebiet festgelegen, dass Mehrfamilienhäusern der Vorrang vor Einfamilienhäusern gegeben wird. Auch eine Quote für Sozialen Wohnungsbau kann für das Neubaugebiet vorgegeben werden.  

Gleichzeitig kann die Gemeinde freiwerdende Flächen im Ort gezielt an Investoren vergeben, die dort sozialen Wohnungsbau errichten.  

Und perspektivisch halten wir auch eigenen Wohnungsbau unserer Gemeinde für machbar. 

Oft wird gesagt, dass sozialer Wohnungsbau für kleine Gemeinden zu teuer ist. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Der Bau einer geförderten Wohnung kostet derzeit, je nach Standard, etwa 2.800 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung kommt also auf rund 180.000 bis 210.000 Euro. Dank Landes- und Bundesförderprogrammen können bis zu 40–60 Prozent dieser Kosten abgedeckt werden. Für die Kommune bedeutet das langfristig stabile Werte und dauerhaft bezahlbare Mieten von etwa 8 Euro pro Quadratmeter. Das ist auf lange Sicht günstiger, als qualifizierte junge Menschen zu verlieren, gleichzeitig sind langfristig die Mieteinnahmen ein Plus für die Gemeindekasse und finanzieren die Kreditzinsen.

Es geht um diejenigen, die hier lernen, arbeiten und Familien gründen möchten. Unser kommunaler Fokus muss dort liegen, wo der Wohnungsmarkt für die Bevölkerung versagt. Das ist kein Entweder-Oder, sondern eine Frage der Prioritäten.

Sozialer Wohnraum lässt sich zudem ökologisch sinnvoll gestalten: Holzbauweise, Photovoltaik, niedrige Nebenkosten durch gute Dämmung. Wer heute baut, plant für Jahrzehnten – und sollte sowohl die Klimaziele als auch die Stromrechnung der Mieter nicht aus den Augen verlieren. Bezahlbar wohnen bedeutet eben auch: bezahlbar leben.

Unser Ziel ist klar: Ein Dorf, in dem man ausziehen kann, ohne wegziehen zu müssen. Ein Ort, an dem junge Menschen bleiben, zurückkehren und sich eine Zukunft aufbauen können. Dafür braucht es politischen Willen, mutige Entscheidungen und die Erkenntnis, dass der Markt es nicht alleine regelt.

Kurz gesagt: Wenn wir wollen, dass unser Dorf lebendig bleibt, müssen wir mehr tun als nur Sonntagsreden halten – wir müssen Wohnungen bauen, die sich auch unter der Woche noch finanzieren lassen.

Bildnachweis: Google Streetview, Projekt „Alte Feuerwache“ Darmstadt-Arheilgen

Wenn es Nacht wird in Großkrotzenburg… 

Grüne Großkrotzenburg/js  Hanau Hauptbahnhof, 1.05 Uhr, Januar, leichter Schneefall, schneidender Wind, -3 Grad Celsius, gefühlt -10 Grad. Und man steht am Gleis und blickt fassungslos auf den Fahrplan, weil der letzte Zug nach Großkrotzenburg vor 7 Minuten abgefahren ist. Das ist der Moment, in dem wahrscheinlich jeder findet, dass der öffentliche Personennahverkehr nicht wirklich ein Luxusgut ist. Denn nun bleiben einem nur noch ein Taxi (wenn man eines findet) oder ein beherzter Fußmarsch, will man die Nacht nicht am Bahnhof verbringen. Um 5.27 Uhr fährt schon der erste Bus nach Großkrotzenburg. Na denn, gute Nacht!

Doch auch weit weniger dramatische Szenarien lassen die Lücken im ÖPNV in Großkrotzenburg deutlich werden. Jetzt haben wir dieses schöne MVZ, doch wie kommt man hin? Glücklich, wer hier nicht auf das dürftige Angebot des ÖPNV angewiesen ist, gut zu Fuß ist oder das Rad nutzen kann.   

Ähnliches gilt für den Bahnhof. Auch hier sind des Schusters Rappen die besten Freunde des Reisenden, wenn er sich nicht per Auto zur Bahn bringen lassen will, denn die nächste Bushaltestelle ist ein tüchtiges Stück Weges entfernt, für den man schon mal 10 Minuten einplanen sollte. Und wenn ich im Eichelacker wohne und zu den Verbrauchermärkten in der Marie-Curie-Straße will? Keine Chance mit den Öffentlichen. 

Großkrotzenburg ist ein Straßendorf, die Ortsenden im Westen und im Osten sind weit voneinander entfernt, und leider ist man zur Überwindung dieser Strecken größtenteils auf den eigenen Fuhrpark angewiesen.

Wir Grünen in Großkrotzenburg machen uns deswegen dafür stark, mit dem RMV Verhandlungen über die Bedingungen eines Beitritts von Großkrotzenburg zum Bereich von Carlos aufzunehmen. Carlos ist ein sogenannter On-Demand-Shuttleservice, auf Deutsch etwas, das früher den sperrigen Namen Anrufsammeltaxi trug. Wie funktioniert das? Im Ortsgebiet gibt es zahlreiche Haltepunkte, man ruft bei einer Nummer an und lässt sich vom nächstgelegenen Haltepunkt zu dem Haltepunkt fahren, der dem Ziel am nächsten liegt. Die Kosten sind etwas teurer als bei einem Busticket, aber wesentlich günstiger als bei Nutzung eines Taxis.

Sollte sich Carlos aus finanziellen Gründen als nicht realisierbar erweisen, sind wir dafür, die Idee eines Bürgerbusses näher zu betrachten. In diesem Modell fahren ehrenamtliche Helfer ein von der Gemeinde bereitgestelltes Fahrzeug in einem ähnlichen Modell wie bei Carlos.  

Weiterhin ist mit dem RMV die Frage nach weiteren Haltestellen der schon existierenden Buslinie 566 (etwa am Bahnhof) zu klären. Der Bau der neuen Haltestelle am MVZ muss nachgehalten werden. Und auch am Wochenende ist ein höherer Takt wünschenswert: Die Fahrgäste sind da. Die Verbindung der Buslinie 566 bis Kahl darf keinen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.

Neben diesen auf das Ortsgebiet bezogenen Lösungen machen sich die Grünen Großkrotzenburg aber auch für die eingangs erwähnte Anbindung an Frankfurt/Hanau und Aschaffenburg stark.  

Die Taktung der RB 58 darf nicht vergröbert werden, auch sollte hier über ein zweistündige Taktung in den Nachtstunden nachgedacht werden. Der RE 55 sollte nicht nur einmal am Morgen in Großkrotzenburg halten.  

Alle Forderungen haben ein gemeinsames Ziel: Mehr Menschen sollen Bus und Bahn nutzen. Das entlastet die Umwelt, spart Geld und bringt soziale Teilhabe. Gerade für Jugendliche, ältere Menschen oder Menschen ohne Auto ist das ein Gewinn.

Außerdem geht es um Verbindungen, die Sinn machen. Weniger Umsteigen, bessere Taktung, direktere Strecken. So wird der ÖPNV attraktiver. Genau dafür stehen die Grünen: Nachhaltige, soziale und bürgernahe Mobilität.

Radfahren attraktiv machen! – Für ein gutes Miteinander von Auto-, Rad- und Fussverkehr

Grüne Großkrotzenburg/as In unserer Gemeinde lässt sich vieles ohne Auto erledigen: Supermärkte und Geschäfte, Schulen und Kindergärten, Sport und Vereine, Ärzte und Sonntagsbrötchen – viele Angebote sind da und in einer Entfernung, die sich wunderbar per Fahrrad machen lässt. Tatsächlich ist für viele Großkrotzenburger*innen das Fahrrad im Alltag ein gerne genutztes Verkehrsmittel.

Die Taunus-/Lindenstraße wird dabei von vielen gemieden: Dies entspricht dem Wunsch der Autofahrenden nach Geschwindigkeit, und gleichzeitig auch dem Wunsch der Radfahrenden nach Sicherheit. Stattdessen werden die Wege durch die Wohngebiete genutzt, wo das Verkehrsaufkommen so niedrig ist, dass eine gemeinsame Nutzung sowohl mit Fußgängern als auch mit Autoverkehr mit etwas gegenseitiger Rücksichtnahme gut machbar ist. Die Friedrichstraße ist die Fahrradstraße Großkrotzenburgs, wenn auch ohne Schild. 

Doch es gibt einige Dinge, die das Radfahren noch attraktiver machen könnten, und die wollen wir als Grüne Großkrotzenburg angehen. 

Mit dem Radverkehrskonzept des Main-Kinzig-Kreises und dem Konzept für den Radschnellweg Hanau-Aschaffenburg wurde in der Vergangenheit schon viel planerische Vorarbeit geleistet. Es gab die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung und viele haben sich mit Ideen und Vorschlägen eingebracht. Wir stehen nun dafür, diese Konzepte Stück für Stück aus der Schublade in die Realität zu holen.  

Besonders machen wir uns für die folgenden Verbesserungen stark: 

  1. Fuss- und Radweganbindung Waldseesiedlung: Sie schafft einen sicheren Weg zu den Supermärkten und umgeht die Engstelle zwischen Oberwaldstraße und Rossmann. Dieser Weg ist bereits seit Jahren geplant und im Haushalt vorgesehen. Wir drängen auf eine zeitnahe Realisierung. 
  2. Instandsetzung und Ausbau des Wegs nördlich entlang der Bahnlinie vom Bahnhof Großkrotzenburg bis Kahl (der “Vulkanweg”): Dies ist für dutzende Schüler der Kreuzburg der tägliche Schulweg. In den Stoßzeiten ist die Straße stark befahren, Elterntaxis drängen sich mit Schulbussen. Radfahrende sollten daher besser direkt an der Bahnlinie fahren, doch der Weg gleicht einer Vulkanlandschaft und ist nur als Fußweg ausgeschildert. Im Konzept des Radschnellwegs Hanau-Aschaffenburg ist dieser Weg ein Teilstück, d.h. für den Ausbau können  Fördermittel beantragt werden. Ja, möglicherweise wird der 4-spurige Ausbau der Bahnstrecke in Zukunft sowieso Bauarbeiten in diesem Bereich bringen. Doch da nicht klar ist, ob dies wirklich in den nächsten 10 Jahren etwas wird, sollte die Gemeinde nicht so lange untätig warten.
  3. Mehr gemeinsame Nutzung bestehender Wege: Wir machen uns stark für das einfache Schildchen “Fahrrad frei” an Einbahnstraßen und Fussgängerdurchlässen. Das Verkehrsaufkommen in den Wohngebieten ist im Allgemeinen gering, de facto nutzen Fahrradfahrer diese Wege. “Fahrrad frei” bedeutet, dass Fussgänger Vorrang genießen und Rücksicht genommen wird. Radfahrer müssen sich aber nicht mehr als regellose Rowdies fühlen, wenn sie einen leeren Weg benutzen.
  4. Bessere Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof, die ein sicheres Abschließen des Rahmens ermöglichen.
  5. Eine weitere Verbesserung des Mainuferwegs ist ebenfalls wünschenswert. Die oberflächliche Sanierung hat schon deutliche Fortschritte bewirkt, aber ist keine dauerhafte Lösung. Kurzfristig sehen wir andere Investitionen höher auf der Prioritätenliste, aber perspektivisch wollen wir auch hier eine bessere Lösung.

Radfahren soll für Alte und Junge sicher und komfortabel sein. Dafür wollen wir uns als Grüne einsetzen und bitten um Ihre Stimme bei der Kommunalwahl. Mit Ihrer Unterstützung bekommt die Friedrichstraße dann vielleicht doch noch ihr Schild “Fahrradstraße”, wie wär’s?

Mehr Grün für unsere Gemeinde – eine Investition, die sich auszahlt

Wenn der Sommer kommt, wird es in unserer Gemeinde spürbar wärmer. Asphalt heizt sich auf, Plätze werden gemieden, und selbst der Spaziergang zum Bäcker fühlt sich manchmal an wie ein Kurzurlaub in der Saunalandschaft. Stadtbegrünung ist daher längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine zentrale Zukunftsfrage – auch für Großkrotzenburg.

Wir setzen genau hier an: Grünflächen erhalten, neue schaffen und Natur wieder stärker in den Alltag holen. Das Ziel ist klar – lebenswerte Orte für Menschen, Tiere und Pflanzen, heute und morgen.

Warum mehr Grün dringend nötig ist

Grünflächen sind wahre Multitalente:

  • Klimaschutz und Abkühlung: Bäume und Grünanlagen senken nachweislich die Umgebungstemperatur um mehrere Grad. An heißen Tagen kann ein schattiger Platz bis zu 10 °C kühler gegenüber einer versiegelten Fläche sein.
  • Schutz vor Starkregen: Entsiegelte Flächen lassen Wasser versickern, entlasten die Kanalisation und reduzieren Überschwemmungsrisiken.
  • Lebensraum für Insekten und Vögel: Blühwiesen, Hecken und naturnahe Grünflächen sind essentiell für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Arten.
  • Freizeit und Gesundheit: Parks, schattige Wege und grüne Spielplätze steigern die Lebensqualität – Bewegung im Grünen ist nachweislich gut für Körper und Seele.

Oder anders gesagt: Grünflächen sind günstiger als Klimaanlagen, leiser als Ventilatoren und brauchen keinen Stromanschluss.

Die Probleme – ehrlich benannt

Auch in unserer Gemeinde sehen wir Herausforderungen:

  • Viele Straßenbäume sind in den Hitzesommern erkrankt oder abgestorben und wurden nur teilweise ersetzt. In der Bahnhofstraße und der Gutenbergallee wurden neue Bäume gepflanzt, im Neubaugebiet und entlang anderer Straßen entstehen aber immer neue Lücken.
  • Pflegeintensive Rasenflächen, die wenig Nutzen für die Artenvielfalt haben, wie z.B. im “Park” vor der Schule.
  • Mangelnde Pflege, wenn z.B. Brombeerranken Radwege überwuchern, oder die Bepflanzung der Grünanlagen verwildert.
  • Knappes Budget und der Eindruck, Grün sei “ganz nett, aber teuer“

Doch genau hier setzen Grüne kommunalpolitische Konzepte an: langfristig denken, Folgekosten vermeiden und Fördermittel nutzen.

Konkrete Lösungen für unsere Gemeinde

  1. Bäume pflanzen – systematisch und nachhaltig: Straßenbäume, kleine Baumgruppen auf Freiflächen oder Schattenspender an Bushaltestellen wirken sofort.
    • Kosten: ca. 500–1.500 € pro Baum (inkl. Pflanzung und Anwuchsphase)
    • Nutzen: Kühlung, CO₂-Bindung, Aufenthaltsqualität
  2. Blühwiesen statt Zierrasen: Extensiv gepflegte Wiesen sind günstiger als oft gemähter Rasen und ein Paradies für Insekten.
    • Umstellungskosten: ca. 1–3 € pro m²
    • Langfristig geringere Pflegekosten
  3. Pflege priorisieren: Die Pflege der Grünanlagen gehört zu den Aufgaben des Bauhofs. Wir fordern die Verwaltung auf, diesem Punkt ausreichend Priorität zu geben. Gerade, wenn mit der inzwischen notwendigen Bewässerung von Bäumen noch zusätzliche Aufgaben hinzukommen. Gepflegte Grünanlagen sind die Visitenkarte unseres Ortes und tragen zu einem besseren subjektiven Eindruck über den Zustand unseres Ortes bei.
  4. Bürger*innen einbinden: Patenschaften für Beete, gemeinschaftliche Pflanzaktionen oder “Essbare Gemeinden“ stärken den Zusammenhalt. In den letzten Jahren war der Osterbrunnen der Landfrauen vor dem Theodor-Pörtner-Haus ein schönes Beispiel hierfür. Die Gemeinde sollte dies unterstützen und fördern. Wieso nicht auch den alten Brunnen am Park gemeinschaftlich gestalten?

Finanzierung: machbar und sinnvoll

Viele Maßnahmen werden durch Landes- und Bundesprogramme gefördert, etwa im Bereich Klimaanpassung oder Naturschutz. Zudem gilt: Jeder heute gepflanzte Baum spart morgen Geld – bei Gesundheit, Infrastruktur und Klimafolgen.

Fazit

Stadtbegrünung ist keine Ideologie, sondern eine pragmatische Antwort auf Hitze, Artensterben und schafft Flächen zum Wohlfühlen. Die Vorschläge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen: Mit klaren Zielen, realistischen Maßnahmen und Bürgerbeteiligung kann auch eine Gemeinde wie Großkrotzenburg viel erreichen.
Und ganz ehrlich: Ein schattiger Platz mit Bäumen ist doch allemal besser als ein weiterer Parkplatz, der im Sommer so heiß wird, dass man darauf Spiegeleier braten könnte – ganz ohne Herd. 🌳

Mehr Grün. Mehr Lebensqualität. Für unsere Gemeinde.



Quellen:

  • Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL): Regelwerke, -Fachtagungen und Zertifizierungen für Qualität in der Grünen Branche.
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Freiraum und Stadtgrün; Risikovorsorge
  • KFW: Öffentliche Einrichtungen
  • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Anpassung an den Klimawandel
  • Bfn: Stadtnatur
  • Umweltbundesamt: Regenwasserbewirtschaftung
  • DWD: Leistungen im Stadtklima
Blick nach vorne, Blick zurück

Grüne Großkrotzenburg/as Das neue Jahr 2026 ist nun schon einige Tage alt, aber dennoch möchten wir Ihnen allen hier noch einen guten Anfang wünschen, und dass Sie erfolgreich sind bei allem, was Sie anpacken!

Für uns als Grüne Großkrotzenburg ist selbstverständlich die Kommunalwahl im kommenden März ein großes Ziel. Ab dieser Woche stellen wir Ihnen deshalb im Freitag Aktuell und hier auf unserer Homepage einerseits unsere Kandidierenden vor und andererseits die Themen, die wir mit Ihrer Unterstützung in Großkrotzenburg umsetzen wollen.

Doch zunächst wollen wir den Blick zurück wagen, in die letzte Legislaturperiode seit 2021: Was haben wir geschafft, was nicht? Was lief gut, was noch nicht?

18 Anträge hat die Fraktion der Krotzenbojer Grüne eingebracht, 7 davon wurden von der Gemeindevertretung angenommen und von der Verwaltung umgesetzt. Neben kleineren Dingen wie dem Bienenfutterautomaten oder einer Regenbogenfahne fürs Rathaus ist hier die jährliche „Aktion saubere Gemarkung“ zu nennen, die mit Corona einzuschlafen drohte, auf unseren Vorschlag hin aber wieder durchgeführt wird.

5 Anträge wurden abgelehnt oder die Umsetzung scheiterte. Besonders schade ist aus unserer Sicht, dass der barrierefreie Schleusenübergang vorerst nicht realisiert wird, da das Projekt von der Hainburger CDU und dem Bündnis für Hainburg abgelehnt wurde. Die Hainburger Grünen standen hinter diesem Vorhaben.

Auch bei der Festlegung der Flächen für ein neues Neubaugebiet in Großkrotzenburg konnten wir unsere Position nicht durchsetzen. Aus unserer Sicht wäre die Fläche nördlich des Eichelacker besser geeignet gewesen: kompakterer Ort, kürzere Wege, Frischluftschneise, weniger Flächenverbrauch. Die anderen Parteien wollten jedoch, dass die Flächen entlang der Taunusstraße als Neubaugebiet geplant werden. Dem müssen wir uns fügen. Wir werden nun versuchen, bei der detaillierten Festlegung des Bebauungsplans für grüne Aspekte Mehrheiten zu finden.

6 Anträge wurden angenommen, sind aber noch „in Bearbeitung“. Für Beschlüsse aus der jüngeren Zeit ist das ok, aber auf der Liste sind auch Beschlüsse, die schon jahrelang im Sand verlaufen: aus 2021 ein Beschluss zur Kontrolle der Streuobstwiesen. aus 2023 zwei Beschlüsse zu Prüfungen, inwiefern energetische Sanierung oder PV-Anlagen für die gemeindeeigenen Gebäude möglich sind. Auch andere Fraktionen haben das Problem, dass die zeitnahe Umsetzung der Beschlüsse der Gemeindevertretung oft hakt. Vor diesem Hintergrund ist es ein Fortschritt, dass die Gemeindeverwaltung inzwischen auf Drängen der Gemeindevertretung eine Liste führt und über den Bearbeitungsstand Auskunft gibt. Auch in der nächsten Periode wird das Nachhalten der Beschlüsse wichtig sein.

Neben den eigenen Anträgen haben wir uns in der Gemeindevertretung auch in die Diskussionen um andere Fragen eingebracht. Wir haben dazu beigetragen, sinnvolle Kriterien festzulegen, nach denen die Neuverpachtung des Strandbades erfolgte. Wir haben verhindert, dass das Bürgerhaus in Erbpacht langfristig einfach dem jetzigen Pächter zu überlassen, ohne dass vorher die Bürgerinnen und Bürger um ihre Meinung gefragt werden. Wir stehen dazu, mit dem Neubau der Gemeinschaftsunterkunft günstigen, vielseitig nutzbaren Wohnraum in Gemeindeeigentum zu schaffen.

Im neuen Jahr wollen wir mit Ihrer Unterstützung den Weg fortsetzen, für ein lebenswertes Großkrotzenburg!

Mit grüner Liste für Großkrotzenburg

Die Großkrotzenburger Grünen haben ihre 20-köpfige Liste für die kommende Kommunalwahl erfolgreich aufgestellt – mit einem Team, das gleichermaßen Erfahrung, frischen Wind und Offenheit vereint. Auf den Spitzenplätzen kandidieren Lucas Bäuml und Sophia Spottke, die beide für eine moderne, zukunftsorientierte Kommunalpolitik stehen.

Auf der gemeinsamen offenen Liste treten sowohl die Krotzebojer Grünen als auch Mitglieder von Bündnis 90 und unabhängige Personen unter dem gemeinsamen Banner von Bündnis 90 an. Viele bekannte Gesichter aus der vergangenen Wahlperiode sind ebenso vertreten wie zahlreiche neue Kandidierende, die neue Ideen und zusätzliche Dynamik in die Kommunalpolitik einbringen möchten.

Als besondere Stärke sehen wir unsere Kernkompetenzen: Erfahrung, frischer Wind, Offenheit und Kompromissfähigkeit. Damit wollen wir konstruktiv, lösungsorientiert und nah an den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft Großkrotzenburgs gestalten.

Die Vorstellung der einzelnen Listenplätze erfolgt im neuen Jahr, damit alle Bürgerinnen und Bürger genau wissen, wen sie wählen können und wofür die einzelnen Kandidierenden stehen.
Wir freuen uns auf den politischen Austausch mit allen.

Die Grünen Großkrotzenburg laden alle Mitglieder, Interessenten und Sympathisanten herzlich ein, die Liste für die Kommunalwahl 2026 aufzustellen und zu beschließen. 

Dazu treffen wir uns am Dienstag, dem 30. September um 19.30 im großen Saal des Theodor-Pörtner-Hauses. 

Unsere Liste zur Kommunalwahl 2026 ist eine offene Liste, das bedeutet, sie steht unabhängig von einer Parteizugehörigkeit allen offen, die sich mit den Wertvorstellungen und Zielen von Bündnis 90/Die Grünen identifizieren können. Bewerber für einen Listenplatz bringen bitte zur Identifikation einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. Stimmberechtigt an diesem Abend werden aber nur Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen sein. 

Wir freuen uns auf eine zahlreiche und engagierte Teilnahme an diesem wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Kommunalwahl 2026!