Krotzebojer Grüne.– Unter den rund 14 000 Teilnehmern der Großdemo unter dem Motto „Ein Europa für alle“ am vergangenen Sonntag in Frankfurt fand sich auch eine Gruppe aus Großkrotzenburg. Für die Krotzebojer Grünen waren Reiner Bäuml, Karl Kuntz, Sabine Kranich, Elke Dressler und Lucas Bäuml in die Stadt gefahren, um sowohl an der Kundgebung am Opernplatz als auch am einstündigen Demonstrationszug teilzunehmen. „Wir wollten Flagge zeigen für ein solidarisches Europa und gegen Nationalismus“ begründete Reiner Bäuml die Aktion. Außerdemhabe die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten aus vielen gesellschaftlichen Bereichendazu beigetragen, das Engagement im lokalen Bereich zu stärken.


Zeigten in Frankfurt Flagge für Europa: Reiner Bäuml, Karl Kuntz,
Sabine Kranich und Lucas Bäuml (v.l.)

Grüne gratulieren Bastian Sauer zu seiner neuen Aufgabe

Krotzebojer Grüne.- Zu den Streuobstwiesen, von denen es einige im Gemarkungsgebiet gibt, haben die örtlichen Grünen aus Naturschutzgründen seit jeher ein besonderes Verhältnis. Mit Freude haben jetzt die Mitglieder des Ortsvereins zur Kenntnis genommen, dass ein Fachmann aus Großkrotzenburg seit einigen Wochen für die Streuobstwiesen der gesamten Rhein-Main-Region zuständig ist. Bastian Sauer, gelernter Gärtner und studierter Biologe, wurde vom Regionalverband FrankfurtRheinMain als Regionaler Streuobstbeauftragter engagiert. Er soll sich dieser Areale annehmen und die Aktivitäten koordinieren. Der Erste Beigeordnete des Regionalverbandes, Rouven Kötter (SPD), stellte den neuen Mann in seinem Team kürzlich der Öffentlichkeit vor.

Die Bestellung des Biologen aus Großkrotzenburg hat ihren Grund in der sogenannten „Lohrberger Erklärung“. Die wurde im vergangenen Jahr verabschiedet, als sich auf Einladung des Regionalverbands rund 90 Abgesandte von Städten und Gemeinden, Landkreisen, Landschaftspflegeverbänden, Streuobst-Interessengruppen, des weiteren Pomologen (Obstbau-Fachleute) und viele weitere engagierte Männer und Frauen zum „Ersten regionalen Streuobsttag“ trafen. Dort wurde unter anderem beschlossen, dass der Verband die zentrale Schaltstelle für die Streuobstwiesen in der Region sein soll.

Der Erste Beigeordnete Kötter nahm den Auftrag ernst. „Unsere Streuobstwiesen sind nicht nur eine ökologisch wichtige Kulturlandschaft. Der Regionalverband FrankfurtRheinMain will gemeinsam mit den vielen Aktiven in der Region dafür sorgen, dass diese Streuobstwiesen auch kommenden Generationen als Identifikationsstifter, Erholungsgebiete und Nahrungslieferant zur Verfügung stehen,“, begründete er, mit welchem Auftrag Sauer engagiert wurde.

Der 38-Jährige Großkrotzenburger ist fit in Theorie und Praxis. Er bewirtschaftet selbst eigene Streuobstwiesen, kann Jagd-, Falkner- und Angelschein vorweisen und besitzt nach Aussage seines Arbeitgebers eine ausgeprägte Naturverbundheit. Bastian Sauer nutzte seine ersten Wochen beim Regionalverband, um sich ein Bild über die bisherige Arbeit zu machen und den Kontakt zu einigen Akteuren herzustellen. „Diese spannende und interessante Aufgabe gibt mir die Möglichkeit, in der Heimat ,vor der eigenen Haustür‘ etwas zum Erhalt der Streuobstwiesen beizutragen. Darauf freue ich mich sehr“, sagte Sauer bei seiner Vorstellung. Und darüber freuen sich die Krotzebojer Grüne ganz besonders.

Zero-waste

Tipps gegen Plastikmüll

Krotzebojer Grüne.- An der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion zur Säuberung der Gemarkung von Müll haben sich am Samstag, 16. März, auch mehrere Mitglieder der Krotzebojer Grünen beteiligt. Wie zu erwarten war, machte der Plastikmüll den größten Teil des zusammengetragenen Unrats aus, der an den Straßenrändern und in der Natur weggeworfen worden war. Auch in Großkrotzenburg, so fanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, können ein paar Tipps helfen, den Anteil des Plastikmülls zu verringern. Die Hinweise stellen keine große Herausforderung dar und schließen sich der bundesweiten „Zero-Waste“- Bewegung an:

  1. Obst- und Gemüsebeutel oder Netze, die wiederverwendet werden können: Damit lassen sich  Äpfel, Pilze, Brokkoli & Co. plastikfrei einkaufen. So oft wie möglich verpacktes Obst und Gemüse einfach liegen lassen.
  2. Jutebeutel: Langlebige Jutebeutel bekommt man inzwischen an jeder Supermarktkasse. Alternativ dazu: der Einkaufskorb, den man von zuhause mitbringt oder der gute alte Rucksack.
  3. Eigene Trinkflasche und Tasse mitnehmen: Für den Kaffee oder den Wasser-Vorrat unterwegs. Und zuhause auf Leitungswasser umsteigen. Es ist gesünder, günstiger, plastikfrei und erspart die schwere Schlepperei zur Wohnung.
  4. Lunchbox aus Edelstahl: Mit mitgebrachten Brotboxen kann man bereits im REWE und in der Metzgerei Dedio plastikfrei einkaufen. Die Dosen eignen sich auch ideal für alle Unverpackt-Läden! Der nächste Unverpackt-Laden ist in Aschaffenburg in der Landingstraße 22 zu finden.
  5. Schraubglas: Manche Lebensmittel lassen sich gut in verschließbaren Gläsern verwahren. Im Laden wird das leere Glas gewogen, Dieses Gewicht wird vom gefüllten Glas abgezogen – man zahlt nur für das Gewicht der Ware.

Beim Einkauf selbst sollte auf folgendes geachtet werden:

  1. Glas statt Plastik
  2. Papier statt Plastik

Auch zuhause lässt sich Plastik vermeiden:

  1. Statt auf Fertiggerichte zurückzugreifen, selber einen Vorrat kochen und zur Arbeit oder in die Schule mitnehmen. „Mealprep“ sagt der moderne Mensch zu diesem Verfahren.
  2. Produkte auf Mikroplastik prüfen: Im Internet gibt es die App CodeCheck. Mit dieser Hilfe  lässt sich jedes Produkt in ein paar Sekunden auf die besonders gefährlichen Mikroplastik- Anteile überprüfen. Denn diese landen nicht im Gebüsch oder am Straßenrand, sondern in inneren Organen und den Blutbahnen.

Die Krotzebojer Grünen hoffen, dass sich auch vor Ort das Bewusstsein für die Gefahr aus Plastik-Produkten steigern lässt und dass im übernächsten Jahr, wenn wieder die Gemarkung von gedankenlos weggeworfenem Abfall gereinigt wird, deutlich weniger Plastik in den Müllsäcken landet.

Spitzwiese ist wieder im Blick

Ausgleichsmaßnahme für Block 5 Staudinger

Krotzebojer Grüne.- Fast zwei Jahre ist es her, dass die Krotzebojer Grüne beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) nachgehakt haben, wann die Firma Uniper endlich ihrer Auflage aus dem Jahr 1992 nachkommt und als Ersatz für die Grünfläche, die dem Bau des Blocks 5 im Kraftwerk Staudinger weichen musste, die Spitzwiese pflegt und erhält.

Jetzt kam die Nachricht aus Darmstadt: Im Dezember 2018 habe das Unternehmen mitgeteilt, dass die völlig verwilderte Ausgleichsfläche fast komplett überholt sei, der Rest solle im Januar 2019 folgen. Der RP werde sich im März 2019 bei einem Ortstermin davon überzeugen.
„Wir können Naturschutz und bleiben dran“ kommentierte der Grünen-Vorsitzende Michael Ruf die Nachricht. Im Mai 2017 hatte der Vorstand der Partei sich auf der Spitzwiese umgesehen, war vom Zustand geschockt und hatte den RP als Aufsichtsbehörde informiert.

1992 war – damals PreussenElektra – verpflichtet worden, für Ausgleich zu sorgen, für Herbst 1998 hatte das Unternehmen die Pflanzung zugesagt. Stattdessen gab es ein langwieriges Hin und Her. Erst Ende 2000 war die Pflanzung weitestgehend abgeschlossen.
Nun war der Kraftwerksbetreiber laut Änderungsbescheid gesetzlich verpflichtet, die Pflanzungen zu „pflegen und dauerhaft zu erhalten“. Doch bei einer Ortsbegehung im Mai 2017 trafen die Grünen auf eine Wildnis mit teilweise abgestorbenen Bäumen und Brombeerdickicht.

Wie aus einem Briefwechsel mit dem RP hervorgeht, kümmerte sich die Behörde. Im Juli 2017 kam aus Darmstadt die Nachricht, dass die Firma Uniper die Nachpflanzungen und Pflegemaßnahmen bis zum Mai 2018 umsetzen müsse. Das werde vor Ort kontrolliert. Genau ein Jahr später hieß es auf erneute Nachfrage der Grünen, man habe bei der Ausschreibung in der Region keine geeignete Fachfirma finden können, die den „größeren Auftrag“ fristgerecht erledigen könne. In der Zwischenzeit wurden Ersatzpflanzungen durchgeführt. Jetzt im Feb. 2019 bestehen immer noch Defizite auf der Streuobstwiese die noch beseitigt werden müssen!
Nun also, Mitte März 2019, hoffen die Grünen, dass eine 27 Jahre alte Verpflichtung vollständig eingelöst wird. Der RP will die Grünen von dem Ergebnis der Überprüfung unterrichten.
„Unsere Hartnäckigkeit hat sich gelohnt“, sagt der Grüne-Vorsitzende Michael Ruf und verweist darauf, dass neben allen drängenden politischen Aufgaben Umweltthemen zu den grundlegenden Anliegen der Grünen gehörten.

Über die Zukunft des örtlichen Vinzenzkindergartens in Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern wird seit Wochen sehr emotional und mit nicht immer zutreffenden Fakten diskutiert. Daher sehen sich die politisch Verantwortlichen in Großkrotzenburg veranlasst, die Hintergründe noch einmal darzustellen.
Der langjährige Vertrag der Gemeinde mit den Barmherzigen Schwestern sieht vor, dass diese als Träger keinerlei finanzielle Verpflichtungen übernehmen. Der Kindergarten ist in einem gemeindeeigenen Haus untergebracht, Personal- und Sachkosten werden seit vielen Jahren von der Allgemeinheit getragen.
Die dramatische Verschlechterung der kommunalen Finanzlage hatte bereits die damalige CDU/SPD-Parlamentsmehrheit im Jahr 2015 veranlasst, im Rahmen von mehrjährig angelegten Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen die gemeindlichen Zuschüsse für die von Dritten betriebenen Kinderbetreuungseinrichtungen im Haushalt erheblich zu kürzen. Der Vertrag mit der Katholischen Kirchengemeinde wurde daraufhin gekündigt und ein geringerer Zuschuss der Gemeinde für den Betrieb des St. Laurentius Kindergartens ohne öffentlichen parteipolitischen Aufschrei vereinbart. Auch die Barmherzigen Schwestern waren angeschrieben worden – doch bis zum Ende der Legislaturperiode war keinerlei Bereitschaft signalisiert worden, sich mit Eigenmitteln an den Kosten „ihrer“ Kindertagesstätte zu beteiligen.

Die politisch Verantwortlichen von Krotzebojer Grüne und FDP sahen daher keinen anderen Weg, als den Vertrag mit dem Träger zu kündigen, um auch hier eine Kostenminderung herbeizuführen.
Eine weiterhin von der Gemeinde geleistete hundertprozentige Kostendeckung wäre nicht nur haushaltsmäßig unvertretbar, sie wäre auch ungerecht gegenüber allen anderen von privaten Trägern geführten Kinderbetreuungseinrichtungen, da Betreuungsleistungen über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus ohne eigene finanzielle Beteiligung möglich sind. Der Widerstand von Elternbeirat und Personal ist daher verständlich, die bestehenden herausragenden Rahmenbedingungen erhalten zu wollen. Es muss aber das Ziel der Gemeinde sein, gute Bedingungen für alle Kinder der Gemeinde zu gewährleisten – ohne eine Einrichtung zu bevorzugen und die Träger unterschiedlich zu behandeln. Hier erwarten die Mehrheitsfraktionen einen entsprechenden Einsatz auch der CDU.

Um dem Gemeindevorstand die Zeit zu geben, eine einvernehmliche Lösung zum Betrieb des Kindergartens zu finden, hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 1. Dezember 2017 beschlossen, die Trägerschaft mit den Barmherzigen Schwestern für ein Jahr fortzusetzen. Wir gehen davon aus, dass alle Seiten die Zeit nutzen werden, um ein für gutes Ergebnis zu erzielen.